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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

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Gruppe III. Chemische Industrie. 
1. Die Ueberführung des Kupfers in oxydirten, geschwefelten 
oder metallischen Verbindungen in den löslichen Zustand, insofern 
nicht natürlich vorkommende Sulfatlösungen (ungarische Cementwässer 4 ) 
vorliegen, welche durch Verwitterung geschwefelter Kupferverbin düngen 
entstanden sind. 
a) Oxydirte Erze werden seltener mit schwefliger Säure im Ge 
misch mit Wasserdampf und Luft behufs der Sulfatbildung behandelt (Stadt 
bergen 2 ), Rheinbreitenbach 3 ), Skofia 4 ), als mit Salzsäure oder Schwefel 
säure je nach deren Localpreisen und der Möglichkeit, den als Nebenproduct 
erfolgenden Eisenvitriol gut verwerthen zu können, was mit Chloreisen 
weit weniger der Fall ist (Schwefelsäure z. B. fürMalachit 5 ) und ge 
glühte Schlacken «), Salzsäure zu Stadtbergen, 1. c., Rochlitz 7 ), Com- 
mern s ). Auch durch Rösten oxydischer Erze mit Schwefelkies kann 
das Kupfer in in Wasser lösliches Sulfat umgewandelt werden (Skofia 9 ). 
Kalkhaltige Erze veranlassen einen die Rentabilität des Processes we 
sentlich beeinträchtigenden Säureaufwand, weshalb empfohlen ist, solch* 
Erze zuvor zu glühen und den gebildeten Aetzkalk durch Schlämmen 
mit Wasser zu entfernen (Verfahren von Wagner 10 ), Porth n ) und 
Bischof 12 ), oder Lösungsmittel anzuwenden, welche die Gegenwart des 
Kalkes vertragen können, als: Ammoniak [Kupferschiefer zu Thalitter 
nach Langsdorf 13 )] oder Eisenchlorür- und Kochsalzlösung, indem er- 
steres sich mit Kupferoxyd in Eisenoxyd und Kupferchlorür, in Kochsalz 
lauge löslich, umsetzt [Versuche von Schaffner 14 ), Douglasprocess 15 )], 
oder Eisenchloridlösung, welche lebhaft Kupferoxyd und selbst Schwefel- 
kupfer auflöst (älteres Verfahren von Gossage 10 ) und Schaffner 17 ), 
neuerdings von Kopp 18 ) und Henderson 19 ) wieder empfohlen). 
Haeffely 20 ) empfiehlt als Extractionsmittel die bei der Chlorentwicke 
lung aus Salzsäure und Braunstein zurückbleibende Flüssigkeit. 
b) Geschwefelte Erze und Producte werden für sich oder mit 
Zuschlag von Schwefelkies nur so stark geröstet, dass das Schwefelkupfer 
in Sulfat übergeht und dieses sich dann in reinem oder in angesäuertem 
') Oesterr. Ztschr. f. Berg- u. Hüttenw. 1867, Nr. 9. Berg- u. Hüttenm. 
Jahrb. der Bergakademien zu Leoben, Pribram etc. XVII, 205; XXI Heft 3. 
2 ) Oest. •Ztschr. 1871, 109. Ztschr. d. Ver. deutsch. Ingen. XVI, 305. 3 ) Wagn. 
Jahresb. 1864, 113. 4 ) Berg- u. Hüttenm. Ztg. 1870, 200. B ) Berg-°u. 
Hüttenm. Ztg. 1862, 145. 6 ) Wagn. Jahresb. 1867, 105. 7 ) Wagn. 
Jahresb. 1862, 111. 8 ) Wagn. Jahresb. 1862, 107. °) Wagn. Jahresb. 
1863, 153. 10 ) Wagner, Wagn. Jahresb. 1867, 108; 1868, 119. n ) Porth, 
Dingl. pol. J. CLXIV, 315. 12 ) Bischof, Dingl. pol. J. CLXV, 315. 
13 ) Langsdorf, Wagn. Jahresber. 1869, 126. 14 ) Schaffner, Wagn. 
Jahresber. 1862, 119; 1871, 139. 1B ) Wagn. Jahresber. 1870, 112; 1871, 126. 
16 ) Gossage, Wagn. Jahresber. 1859, 88. I7 ) Schaffner, Wagn. Jahresber. 
1862, 122; 1871, 139. 1S ) Kopp, Wagn. Jahresber. 1871, 115. 19 ) Hender 
son, Polyt. Centr. 1866, 472. ao ) Haeffely, Dingl. pol. J. CLXV, 315.
	        
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