887
Kupfer.
Wasser löst [Bischofs Process 1 ), Hauch’s Verfahren zu Schmöllnitz 2 ),
Krassinsky’s Verfahren 3 ) des Kostens mit Schwefelkies und Wasser
dampf, Auslaugen der Sulfate, Zusatz von Kochsalz, Auskrystallisiren-
lassen von Glaubersalz und Fällen des Kupfers aus der Mutterlauge
durch Kalk; Monnier’s Process 4 ), Rösten geschwefelter Erze mitSoda,
Auslaugen, Auskrystallisirenlassen erst von Glaubersalz aus der abge
dampften Lösung, dann von Natronsalz enthaltendem Kupfervitriol aus
der concentrirten Mutterlauge, Erhitzen des getrockneten Vitrioles bis
zur Rothgluth, Weglaugen des Natronsalzes vom zurückbleibenden
Kupferoxyd und metallischen Kupfer, Verwandlung des letzteren in Fein
kupfer; Hunt’s Verfahren 5 ) im Wasserofen; Kernrösten zuAgordo 6 ) und
Auslaugen der Rinden]. — Oder durch völliges Todtrösten werden die
Schwefelmetalle in Oxyde verwandelt und aus diesen das Kupfer wie
aus oxydirten Erzen und Producten (S. 886) ausgezogen [Extraction
gerösteter Kupfersteine zu Braubach 7 ) mittelst Salzsäure, mittelst
Schwefelsäure zu Freiberg 8 ), für gold- und kupferhaltige Leche aus
Coloradoerzen 8 ), für Rückstände von der Entsilberung Schmöllnitzer
Fahlrohkupfer ln ), für gold- und silberhaltige kiesige Kupfererze Ne-
vada’s n )]. Seltener lässt man abgeröstete Kiese verwittern und
laugt das dabei entstandene Kupfersulfat aus [Riotinto 12 ), Foldal 13 )],
dagegen wird häufig das bereits früher von Orschall, Longmaid,
Becchi und Haupt, Haehner, Schaffner, Phillips und Tennant
empfohlene, neuerdings aber erst in England für Kiesrückstände der
Schwefelsäurefabriken im Grossen ausführbar gemachte Chlorations-
verfahren für arme Erze mit nicht über 6 Proc. Kupfer und geringem
Schwefelgehalt zur Anwendung gebracht, wobei das Material mit Koch
salz geröstet, dabei gebildetes Chlorkupfer seltener verflüchtigt und
condensirt (Henderson’s Verfahren), als mit Wasser extrahirt und der
noch kupferhaltige Rückstand (Kupferchlorür und Kupferoxyd) mit
salzsäurehaltigem Wasser ausgelaugt wird, welches letztere durch Con-
densation der beim Rösten entweichenden salzsauren Dämpfe in mit
feuchtem Coke oder mit Chamottesteinen versehenen Thürmen erfolgt.
Bei einem Antimon- und Arsengehalt der Erze ist die Säure sehr unrein
(Verfahren für Kiesrückstände in England 14 ), für quarzreiche gold-, silber-,
kupfer- und bleihaltige Erze der Matraer Gesellschaft 15 ), zu Ocker für die
’) Bischof, Dingi. pol. J. CLXV, 31. 2 ) Hauch, Wagn. Jahresber. 163,
153. s ) Krassinsky, Wagn. Jahresber. 1869, 136. 4 ) Moiinier, Berg-
u. Hüttenm. Ztg. 1872, 403. 6 ) Hunt, Wagn. Jahresber. 1867, 111. e )Berg-
u. Hüttenm. Ztg. 1862, 425; 1864, 104; 1865, 340. 7 ) Wagn. Jahresber.
1866, 70. 8 ) Böhm. Ztg. 1865, 451; 1872, 72. 9 ) Ebend. 1864, 384.
10 ) Ebend. 1866, 9. .») Ebend. 1871, 65. ia ) Ebend. 1862, 301; 1863, 200;
1864, 399. ls ) Ebend. 1862, 129. u ) Wagn. Jahresber. 1868, 117; 1871,
134; 1872, 153. Berg- u. Hüttenm. Ztg. 1872, 147, 345. ls ) Berg- u.
Hüttenm. Ztg. 1872, 50.