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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

890 Gruppe III. Chemische Industrie. 
b) Galvanische Fällung nach Fitzgerald 1 ) und Patera 2 ) 
unter Anwendung des Jacobi’schen Apparates. Elkington 3 ) bringt 
unreines Schwarzkupfer als positive Platten in eine Lösung von schwefel- 
saurem Kupfer, in welcher durch den galvanischen Strom das Kupfer 
der Platten in Lösung gebracht und reines Kupfer an dem negativen 
Pole (aus reinen Kupferplatten bestehend) niedergeschlagen wird. Auf 
dem Boden der Tröge sammelt sich ein aus Gold, Silber, Zinn, Anti 
mon etc. bestehender Schlamm an. 
c) Fällung des Kupfers im geschwefelten Zustande durch Schwefel 
wasserstoff, nach Sinding’s Methode 4) durch Zusammenbringen von 
Leuchtgas und Schwefeldämpfen erzeugt und in eine Kammer geleitet, 
von deren durchlöcherter Decke die Kupferlösung herabtröpfelt; oder 
aus Schwefelbarium mittelst Salzsäure entwickelt, um aus der Chlor 
bariumlösung durch Zusatz von Schwefelsäure Permanentweiss als 
Nebenproduct zu gewinnen und die frei gewordene Salzsäure wieder 
nutzbar zu machen (Wagner’s Verfahren 5 ); oder aus Schwefelnatrium 
und Kohlensäure entbunden und das Gas unter den Losboden eines 
mit der Kupferflüssigkeit versehenen, bedeckten Gefässes geleitet, wobei 
Soda als Nebenproduct erfolgt (England 6 ). Haeffely (1. c.) verwendet 
zum Fällen basisches Schwefelcalcium, welches beim Auslaugen der 
rohen Soda zurückbleibt. Das nach einer dieser Methoden erfolgende 
Schwefelkupfer wird nach dem Abpressen in Filterpressen entweder auf 
Lech verschmolzen oder nach vorheriger Röstung auf Schwarzkupfer 
oder Kupfervitriol verarbeitet. 
d) Fällung des Kupfers durch Kalk. Das mittelst Kalkmilch aus 
der Kupferlösung nebst Eisen niedergeschlagene Kupferoxydhydrat oder 
Oxychlorid wird auf Schwarzkupfer verschmolzen (ältere Methode von 
Becchi und Haupt, Verfahren zu Braubach 7 ) und von Krass in sky, l.c.). 
Daraus dargestelltes Kupfer kann in Folge eines Chlorrückhaltes nach 
Künzel beim Walzen rissig werden. 
Kupfer]egirungen. Matthiessen 6 ) stellt den Begriff einer 
Legirung als „eine starr gewordene Lösung eines Metalles in einem 
anderen Metalle“ fest. Die Metalle lassen sich in zwei Classen theilen, 
je nachdem sie als Bestandtheile der Legirungen in diesen gewisse 
physikalische Eigenschaften beibehalten (Blei, Zink, Zinn, Cadmium) 
oder nicht (die übrigen Metalle). Die specifische Wärme der Kupfer- 
zinnlegirungen ist das Mittel aus dem Werth der specifischen Wärme 
*) Eitzgerald, Ding], pol. J. CLXIV, 185. 2 ) Patera, Wagn. Jahres- 
ber. 1867, 102; 1868, 117. 3 ) Elkington, Wagn. Jahresber. 1867, 105; 
1872, 187. 4 ) Sinding, Dingl. pol. J. CLXIV, 289. 5 ) Wagner, Ding], 
pol. J. CXCIII, 388. 6 ) Wagn. Jahresber. 1871, 138; 1872, 183. 7 ) Wagn. 
Jahresber. 1866, 70. 8 ) Matthiessen, Dingl. pol. J. CLXXXIV, 241.
	        
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