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Kupfer.
Kupferoxyd. Ein für die organische Analyse geeignetes Prä
parat 1 ) erfolgt nach Stanford durch Erhitzen von äquivalenten
Mengen Kupfervitriol und Soda und Auslaugen der Masse; nach Erlen-
ineyer durch Lösen von Hammerschlag oder Kupfer in Salpetersäure,
Eindampfen, Glühen und Ueherleiten von feuchter Luft heim Glühen,
Erkaltenlassen in trockner Luft; nach Reischauer durch Lösen von
galvanischem Kupfer in Salpetersäure, Versetzen der Hälfte Lösung mit
Ammoniak bis zum Wiederauflösen des Niederschlages, Erhitzen nach
Zusatz der anderen Hälfte Lösung zum Sieden, Glühen des gut ausge
waschenen Oxydes-
Chlorkupfer. Das K upf er chlor ür. löst sich nach Winkler
in einer kalten Lösung von unterschwefligsaurem Natrium zu einer
klaren gelben Flüssigkeit, welche, in gewöhnlicher Temperatur hei
Säurezusatz unveränderlich, beim Erhitzen schwarzes Kupfersulfür ab
scheidet. Eine solche Lösung (auch eine solche von Kupfervitriol und
unterschwefligsaurem Natrium) eignet sich für Collegienversuche, um
die Reactionen des Kupferoxyduls zu zeigen. Ausser in unterschweflig
saurem Natrium löst sich das Kupferchlorür noch in Salzsäure, in den
Chloriden der Alkalien und Alkalierdmetalle, sowie in Chlorzink, Eisen-
chlorür, Manganchlorür, Kupferchlorid 2 ) u. a. — Nach Grüne 3 ) ist
das Präparat luftbeständig und lässt sich nach Wühler 4 ) im krystal-
linischen Zustande dadurch erhalten, dass man 2 Thle. Kupfervitriol
und 1 Thl. Kochsalz in der eben erforderlichen Menge Wasser auflöst
und in die Lösung schweflige Säure leitet.
Kupferchlorid ist in Gestalt von Chlorkupferspiritus (8 g
Kupferchlorid, 16 g Chloroform und 1 1 Spiritus) als Desinfectionsmittel
bei der Rinderpest von Clemens 5 ) empfohlen und es ist eine Tabelle
über das Volumgewicht von Kupferchloridlösungen von Franz 6 ) auf
gestellt worden.
Phosphorkupfer. Nach Abel 7 ) macht 1 / 2 p. C. Phosphor das
Kupfer leichtflüssiger und zäher, wenn man dasselbe in gusseiserne
Formen giesst. Auf dem Stephenson Tube & Comp. Werke 8 ) zu
Birmingham stellt man solche Verbindungen mit l / s bis 1 / 2 p. C. Phos
phor im Grossen dar, welche sich im heissen und kalten Zustande
schmieden, ziehen und walzen lassen und ihre Hauptverwendung zu
grossen Walzen für den Kattundruck finden. (Vergl. S. 898.)
Kupfersalze. Schwefelsaures Kupfer (Kupfervitriol). Die
Darstellung desselben geschieht:
J ) Stanford, Wagn. Jahresber. 1863, 369. 2 ) Wagn. Jahresber. 1870,
113. 3 ) Grüne, Dingl. pol. J. CLXXII1, 151. 4 ) Wühler, Dingl. pol. J.
CLXXIII, 151. 6 ) Clemens, Wagn. Jahresber. 1867, 541. °) Franz, Wagn.
Jahresber. 1872, 353. 7 ) Abel, Erdm. J. f. prakt. Chem. XCVII, 434.
8 ) Dingl. pol. J. CLXXIX, 374.