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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

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Kupfer. 
Kupferoxyd. Ein für die organische Analyse geeignetes Prä 
parat 1 ) erfolgt nach Stanford durch Erhitzen von äquivalenten 
Mengen Kupfervitriol und Soda und Auslaugen der Masse; nach Erlen- 
ineyer durch Lösen von Hammerschlag oder Kupfer in Salpetersäure, 
Eindampfen, Glühen und Ueherleiten von feuchter Luft heim Glühen, 
Erkaltenlassen in trockner Luft; nach Reischauer durch Lösen von 
galvanischem Kupfer in Salpetersäure, Versetzen der Hälfte Lösung mit 
Ammoniak bis zum Wiederauflösen des Niederschlages, Erhitzen nach 
Zusatz der anderen Hälfte Lösung zum Sieden, Glühen des gut ausge 
waschenen Oxydes- 
Chlorkupfer. Das K upf er chlor ür. löst sich nach Winkler 
in einer kalten Lösung von unterschwefligsaurem Natrium zu einer 
klaren gelben Flüssigkeit, welche, in gewöhnlicher Temperatur hei 
Säurezusatz unveränderlich, beim Erhitzen schwarzes Kupfersulfür ab 
scheidet. Eine solche Lösung (auch eine solche von Kupfervitriol und 
unterschwefligsaurem Natrium) eignet sich für Collegienversuche, um 
die Reactionen des Kupferoxyduls zu zeigen. Ausser in unterschweflig 
saurem Natrium löst sich das Kupferchlorür noch in Salzsäure, in den 
Chloriden der Alkalien und Alkalierdmetalle, sowie in Chlorzink, Eisen- 
chlorür, Manganchlorür, Kupferchlorid 2 ) u. a. — Nach Grüne 3 ) ist 
das Präparat luftbeständig und lässt sich nach Wühler 4 ) im krystal- 
linischen Zustande dadurch erhalten, dass man 2 Thle. Kupfervitriol 
und 1 Thl. Kochsalz in der eben erforderlichen Menge Wasser auflöst 
und in die Lösung schweflige Säure leitet. 
Kupferchlorid ist in Gestalt von Chlorkupferspiritus (8 g 
Kupferchlorid, 16 g Chloroform und 1 1 Spiritus) als Desinfectionsmittel 
bei der Rinderpest von Clemens 5 ) empfohlen und es ist eine Tabelle 
über das Volumgewicht von Kupferchloridlösungen von Franz 6 ) auf 
gestellt worden. 
Phosphorkupfer. Nach Abel 7 ) macht 1 / 2 p. C. Phosphor das 
Kupfer leichtflüssiger und zäher, wenn man dasselbe in gusseiserne 
Formen giesst. Auf dem Stephenson Tube & Comp. Werke 8 ) zu 
Birmingham stellt man solche Verbindungen mit l / s bis 1 / 2 p. C. Phos 
phor im Grossen dar, welche sich im heissen und kalten Zustande 
schmieden, ziehen und walzen lassen und ihre Hauptverwendung zu 
grossen Walzen für den Kattundruck finden. (Vergl. S. 898.) 
Kupfersalze. Schwefelsaures Kupfer (Kupfervitriol). Die 
Darstellung desselben geschieht: 
J ) Stanford, Wagn. Jahresber. 1863, 369. 2 ) Wagn. Jahresber. 1870, 
113. 3 ) Grüne, Dingl. pol. J. CLXXII1, 151. 4 ) Wühler, Dingl. pol. J. 
CLXXIII, 151. 6 ) Clemens, Wagn. Jahresber. 1867, 541. °) Franz, Wagn. 
Jahresber. 1872, 353. 7 ) Abel, Erdm. J. f. prakt. Chem. XCVII, 434. 
8 ) Dingl. pol. J. CLXXIX, 374.
	        
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