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MAK

Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

909

Kupfer.
vorhandenes  Eisenoxydul  nicht  fällt,  wenn  nicht  zuvor  die  Lösung
mit  etwas  Salpetersäure  oder  Chlorkalklösung  versetzt  woiden.  In
Lancashire  wird  keine  dieser  Methoden  angewandt.
c)  Durch  Auflösen  von  Kupfer  in  Schwefelsäure.  Die  Anwendung ­
  concentrirter  Säure  bei  Kochhitze  ist  wegen  Entwickelung  von
schwefliger  Säure,  somit  Verlustes  an  Reagens  und  des  Erfordernisses
der  Säure  widerstehender  theurer  Gefässe  weit  seltener  in  Anwendung,
als  eine  Behandlung  des  granulirten  Kupfers  mit  verdünnter  erwärmter
Säure  in  Holzgefässen,  wobei  aber,  wenn  Lösung  erfolgen  soll,  die  Luft
zum  Kupfer  Zutritt  haben  muss.  Dieses  Verfahren  wurde  zuerst  im
Mansfeldsehen  für  nickelhaltiges  Kupfer  angewandt,  dann  von  Borchers
  in  Goslar  bei  Construction  zweckmässiger  Löse-  und  Krystallisirvorrichtungen
  zur  Trennung  des  Goldes  und  Silbers  aus  Ilüttenkupfern
  benutzt  (S.  887).  Nachdem  dessen  Verfahren  bekannt  geworden, ­
  wurde  1858  die  erste  Kupfervitriolfabrik  zu  Ockerhütte  am
Unterharze  für  gold-  und  silberhaltige  Kupfer  aus  Rammeisberger
Erzen  eingerichtet  und  von  hier  aus  hat  sich  das  einfache  Verfahren
in  alle  Welt  verbreitet  nicht  nur  für  edle  Metalle  enthaltende  Ilüttenkupfer,
  sondern  auch  für  an  solchen  freie  Kupferabfälle.  Nach  dem
ockerschen  Muster  sind  unter  Anderem  grosse  Kupfervitriolfabriken
auf  dem  Oberharze  (Altenauer  Hütte 1 )  erbaut  worden.  Kuhlemann ­
 2 )  hat  eine  Vergleichung  der  Oberharzer  und  Freiberger  Methode
(S.  887  u.  908)  der  Vitriolboreitung  angestellt.
d)  Es  erfolgt  Kupfervitriol  bei  anderen  Processen  als  Nebenproduc ­
  t,  z.  B.  bei  der  Scheidung  von  Gold  und  Silber  mittelst  Schwefelsäure
(Frankfurter  Goldscheidung 3 ),  bei  Ziervogel’s  Silberextractionsprocess
  u.  a.
Die  Volum  gewichte  von  Kupfervitriollösungen  hat  Gerl  ach 4 )
in  einer  Tabelle  zusammengestellt  und  zwar  von  1  Proc.  (P007
Vol.  Gew.)  bis  25  Proc.  Gehalt  (P185  Vol.  Gew.).
Salpetersaures  Kupfer.  Dasselbe  wird  nach  Lunge-’)  in
englischen  Fabriken  dadurch  dargestellt,  dass  man  Kupferblech-  und
Drahtschnitzel  unter  Umrühren  in  einem  Flammofen  oxydirt,  das  Oxyd
in  Salpetersäure  löst  und  die  Flüssigkeit  in  kupfernen  Kesseln  concentrirt.
  —  Eine  Tabelle  über  das  Volumgewicht  des  Kupfernitrates  ist
von  Franz 6 )  mitgetheilt  worden.
Kohlensaures  Kupfer.  Nach  Wagner 7 )  braucht  1  1hl.
neutrales  Kupfercarbonat  zur  Lösung  4090  Thle.  kohlensaures  Wasser

i)  Wagn.  Jahresber.  1864,  273;  Berg-  u.  Hüttenm.  Ztg.  1871,  427;  1872,
76  83  2 )  Kuhlemann,  Berg-  u.  Hüttenm.  Ztg.  1872,  77.  )  agu.
Jahresber.  1862,  327.  *)  Gerlach,  Dingl.  pol  J.  CLXXXI  129.  3 )  Lunge,
Diugl.  pol.J.  CXC,  39.  «)  Franz,  Wagn.  Jahresber.  1872,  353.  )  Wagne  ,
Dingl.  pol.  J.  CLXXXVII,  50.
            
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