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Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

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Gruppe  III.  Chemische  Industrie.

WaL I)rUCk ’  na ° h  LaSSaigne  * 3333  mit  Kohlensäure  gesättigtes
Chrom  saures  Kupfer.  Das  neutrale  Salz  in  ammoniakahscher
  Losung  dient  in  der  Färberei  und  wird  nach  Stände  H
dadurch  dargestellt,  dass  man  1  Thl.  zweifach  chromsaures  Kalium  in
20  Thln  Wasser  löst,  2  Thle.  gepulverten  Kupfervitriol  zusetzt,  nach
ein  getretener  Auflösung  desselben  eine  erwärmte  concentrirte  Sodalösunohinzufugt
  die  Flüssigkeit  nach  dem  Absetzen  des  entstandenen  braunen
Niederschlages  abhebert,  letzteren  erst  mit  kochendem  Wasser,  dann
mit.  kaltem  auswäscht,  durch  gelindes  Eindampfen  in  einen  dünnen
l.rei  verwandelt  und  diesen  mit  Ammoniak  von  0'91  Vol.  Gew.  versetzt.
  Die  entstehende  schön  dunkelgrüne  Flüssigkeit  wird  rasch  durch
anell  «trirt,  auf  26  p.  C.  gebracht  und  in  gut  verkorkten  Flaschen
aufbewahrt.
Essig  saures  Kupfer  (Grünspan).  Der  Grünspan,  dessen  Fabrikatl
 °“  ™  , südhcllcn  Frankreich  aus  Weintrestern  Saintpierre*)
ausführlich  beschrieben  hat,  ist  nach  demselben  und  nach  Pecholicr
in  grossen  Dosen  sehr  giftig,  in  kleinen,  und  selbst  oft  wiederholten
Gaben  aber  vollkommen  unschädlich.  Unter  den  Arbeitern  der  Grünspanfabriken ­
  ist  kein  Fall  von  Kupferkolik  beobachtet  und  es  fehlt  die
Chlorose,  wahrend  der  Grünspanstaub  wie  andere  pulverförmige  Körper
mir  Entzündung  der  Schleimhäute  der  Augen  und  der  Respirationsorgane
V  eranlassung  giebt.  b
Arsenkupferfarben.  Um  diese  giftigen  Farben,  Verbindungen
  von  essig-  und  arsensaurem  Kupfer  und  von  schön  gelb-  oder
blaulich-gruner  Farbe,  von  ähnlich  grünen,  aber  kupfer-  und  arsenfreien
habnkaten  zu  unterscheiden,  z.  B.  von  Chromgrün  und  Zinkgrün
(Mischungen  von  Chromgelb  oder  Zinkgelb  mit  Pariserblau),  übergiesst
man  die  Substanz  nach  Puschel)  mit  einigen  Tropfen  Ammoniak.
Hinterlasst  die  entstehende  blaue  Lösung  beim  Verdunsten  des  überschüssigen ­
  Ammoniaks  ihre  blaue  Farbe  und  erscheint  ein  schmutzig
gelbgruner  Niederschlag  (arsensaures  Kupferoxydhydrat),  so  hat  man  es
mi  einer  arsenhaltigen  Kupferfarbe  zuthun;  erscheint  beim  Verdunsten
der  blauen  Lösung  ein  hellblauer  Rückstand,  so  ist  die  Kupferfarbe
arsenfrei.  Bei  fehlendem  Kupfer  entsteht  überall  keine  blaue  Lösung
wenn  sich  in  der  Probe  nicht  Nickeloxyd  befindet.  -  In  Schweinfurtergrün
  lasst  sich  nach  Abraham*)  ohne  wesentliche  Veränderung  der
nur  einen  mehr  gelblichen  Ton  annehmenden  Farbe  die  Essigsäure
dm  ch  ihre  Homologen  (Ameisen-,  Butter-  oder  Valeriansäure)  ersetzen
was  aber  FittigS)  nicht  zu  constatiren  vermag.
1865\ai in w  Wa f; Jal ! reSber - 186fi ’ 27L  2 )  Saintpierre,  Monit.  scientif.
,  ;  w  gn '  Jahresber -  1865 >  1866,  276.  3 )  Puscher  Dmol
pol.  J.  CXCIT,  325.  *)  Abraham,  Ding),  pol.  .1,  CXCVI1,  187  6)  Finit'
Wagu.  Jaliresber.  1870.  238.
            
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