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Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

Zink  und  Cadmium.  915
eingeführt  haben  und  mit  demselben  sehr  zufriedenstellende  Resultate
erzielen,  verarbeiten  kalkhaltige  Blenden  von  durchschnittlich  32  p.  C.
Schwefelgehalt.  Von  diesen  werden  20  p.  C.  als  schweflige  Säure  der
Kammer  zugeführt,  7  p.  C.  entweichen  mit  den  Feuergasen  und  5  p.  C.
bleiben  in  der  Form  von  Gyps  in  dem  Röstgut.  Die  Kosten  des  Abröstens ­
  in  dem  Hasenclever-Helbig’  sehen  Ofen  betragen  pro  1000  Kg
loher  Blende  1  60  Mark  mehr  als  bei  dem  Röstverfahren  in  gewöhnlichen ­
  Flammöfen.
Zuschläge  zu  den  Zinkerzen.  Bei  der  Verhüttung  der  Zinkerze ­
  sind  von  verschiedenen  Seiten  Zuschläge  empfohlen  worden,  so
von  Schöntradt  4 )  ein  Zusatz  von  Kalk  zu  kieseligem  Galmei.  Aube  2 )
setzt  der  Beschickung  1  p.C.  Schwefelcalcium  zu  und  will  dadurch  die
Färbung  des  Zinkweisses,  welche  von  mit  übergerissenem  Schwefelblei
herrühren  soll,  verhüten;  Wagner 3 )  hat  den  Bauxit  bei  der  Verhüttung ­
  der  gerösteten  Blende  empfohlen,  um  dadurch  das  stets  vorhandene
schwefelsaure  Zink  zu  zersetzen.  Von  Simonnet 4 )  sind  interessante
Versuche  mitgetheilt  worden,  die  sich  auf  die  Verhüttung  von  silberhaltiger ­
  Blende  beziehen  und  darin  gipfeln,  dass  dieselbe  unter  Zusatz  von
Kalk  oder  Natriumcarbonat  geröstet  wird,  wodurch  einem  Silberverlust ­
  durch  Verdampfen  vorgebeugt  werden  soll.
Materialien  zumBau  derOefen  und  der  Destillirgefässe.
Ein  sehr  wichtiger  Factor,  dem  man  in  der  letzten  Zeit  besondere
Aufmerksamkeit  gewidmet  hat,  sind  die  Materialien,  aus  denen  die
Oefen  sowie  die  Destillirgefässe  angefertigt  werden.  Zu  den  letzteren
wird  eine  Thonmischung  genommen,  die  je  nach  der  Natur  des  zu  verhüttenden ­
  Erzes  variirt,  und  zwar  wendet  man  bei  alkalischen  Erzen
Thone  an,  die  möglichst  frei  von  ungebundener  Kieselerde  und  dabei  feuerbeständig ­
  sind;  für  kieselige  Erze  giebt  man  den  Thonen,  um  sie  für  das
Feuer  widerstandsfähiger  zu  machen,  noch  einen  Zuschlag  von  Quarzmehl.
Ein  Gleiches  gilt  von  den  zum  Ofenbau  dienenden  Materialien  und  zwar
sollen  dieselben  so  wenig  freie  Kieselsäure  als  möglich  enthalten,  da
sie  sonst  von  den  in  grosser  Menge  entweichenden  Zinkdämpfen  empfindlich ­
  angefressen  werden.  —  Um  das  Durchdringen  der  Zinkdämpfe
durch  die  Poren  der  Destillirgefässe  von  Anfang  an  zu  verhindern,
werden  dieselben  jetzt  vielfach  im  Innern  glasirt,  wozu  Gateliier 5 )

4 )  Schöntradt,  Dingl.  pol.  J.  CLVI,  61.  2 )  Aubö,  Ber.  chem.  Ges.  1872,
1063;  Polytechn.  Centralblatt  1873  ,  208;  Wagn.  Jahresber.  1873,  397.
')  Wagner,  Monit.  scientif.  1865,  343;  Berg-  u.  Hüttenm.  Ztg.  1865,  244;
Wagn.  Jahresber.  1865,  197.  4 )  Simonnet,  Berg-  u.  Hüttenm.  Ztg.  1870,
347;  Wagn.  Jahresber.  1870,  144.  5 )  Gatellier,  Berg-  u.  Hüttenm.  Ztg.
1863,  355;  Dingl.  pol.  J.  1868,  278;  Wagn.  Jahresber.  1863,  180.
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