Blei.
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steus 2 p.C. beträgt. Karsten suchte beide Legirungen, von denen
die specifisch leichtere, das bleihaltige Zink, das Silber aufgenoinmen
hat, mechanisch zu trennen, stiess jedoch auf Schwierigkeiten uud so
kam das Verfahren im Grossen nicht zur Anwendung. Zehn Jahre
später, als das gleiche Princip in England patentirt wurde, nahm
Karsten seine Versuche wieder auf und überzeugte sich, dass die Ent
silberung von Blei bei einem Gehalt bis zu 1'4 Tausendtheilen fast
vollständig sei und durch 1'5 p.C. Zink vom Gewicht des Bleies erfolge.
Dennoch gelang es nicht, die beiden Legirungen, das silberhaltige Zink
und das entsilberte zinkhaltig gewordene Blei genügend zu trennen
und das Blei vom Zink zu befreien, so dass die Methode vorläufig im
Grossen nicht zur Ausführung kam, um so weniger, als das Pattinso-
niren bald auch bei uns die Aufmerksamkeit davon abzog.
In England hatte nämlich A. Parkes seit 1850, wahrscheinlich
unbekannt mit Karsten’s Entdeckung, das nämliche Princip sich paten-
tiren lassen, und Percy beschreibt 1 ) die Bleientsilberung durch Zink,
so wie sie im Jahre 1859 auf den LI anelly Lead Works betrieben
wurde. Das silberhaltige Zink schöpfte man mittelst eines durch
löcherten Löffels, nachdem es fest geworden, von der Oberfläche des
noch flüssigen Bleies ab, saigerte durch passendes Erhitzen einen Theil
des darin enthaltenen Bleies ab und destillirte die Rückstände mit Kalk
und Kohle in Röhren nach belgischer Methode, um das Zink zu scheiden.
Schon hier sieht man, dass dasjenige, was als silberhaltiger Zink
schaum" von der flüssigen Bleimasse abgeschöpft wird, nicht sowohl aus
der Silber-Zinklegirung besteht, sondern ein Gemenge derselben mit
einer grossen Menge Blei darstellt, da selbst nach dem Absaigern noch
40 bis 50 p. C. Blei darin enthalten sein sollen und wegen der Unfähig
keit des Bleies, mehr als einige Procente Zink aufzulösen, sowie auch
umgekehrt des Zinks, sich mit grösseren Mengen Blei zu legiren , das
Ganze offenbar ein mechanisches Gemenge sein muss.
Das entsilberte Blei wurde bei starker Hitze wiederholt abge
schäumt und schliesslich gepolt. Nach Percy wäre es dann frei von
Zink und enthielte nur 0'1 Tausendtheile Silber.
Es ist nicht bekannt, ob das Verfahren in England vervollkommnet
worden, dagegen sehen wir seit der Mitte der sechziger Jahre auf
mehreren linksrheinischen Hütten (Call, Commern) und auf dem Ober
harz das lebhafte Bestreben, die Entsilberung durch Zink zu verbessern.
Zu Braubach a. Rh. schmolz man die Silber-Zink-Bleilegirung, nach
dem sie gesaigert worden, mit Chlorblei, um flüchtiges Chlorzink zu
bilden und so das Zink zu beseitigen 2 ); zu Call wurden nach der Mit
theilung von Bergholz 3 ) die ge saigerte und dabei oxydirte Legirung
J ) A. a. 0. S. 96. Vergl. auch Gurlt, Berg- u. hüttenm. Ztg. 1854,
Nro. l. 2) Grüner, Ann. Min. [6] XIII, 325. 3 ) Bergholz, Ztschr.
h d. pr.B.-H.-S.-Wesen XYI, 268.
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