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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

Blei. 
933 
zugleich die als Zwischenproduct beim Zusammenschmelzen von Blei 
und Zink sich bildenden zink- und bleioxydreichen Massen hinzufügt 
(eintränkt). 
Auf dem Oberharz ist der Process jetzt auf Lautenthaler Hütte 
concentrirt. Nach einer Analyse des Verfassers bestand der dort ge 
wonnene „Ziukschauin“ aus 
Blei 9P05 
Zink 5'21 
Kupfer .... 3'50 
Silber .... 0‘238 
100 
Da die Erfahrung gelehrt hat, dass Gold und Kupfer sich leichter 
und daher früher mit Zink legiren , als Silber, so behandelt man das 
Blei zuerst mit einer geringeren Menge (0'16 p. 0.) Zink, und erhält 
so einen für sich zu verarbeitenden „Kupferschaum“, in welchem der 
Goldgehalt sich ganz, der Kupfergehalt grossentheils ansammelt. In 
einer Probe dieses Kupferschaums fand der Verfasser 
Blei 89-46 
Zink 5'78 
Kupfer .... 4"52 
Silber 0'243 
100 
Beschaffenheit des Kaufbleies. Das in den Handel kom 
mende Blei ist begreiflich niemals chemisch rein; Antimon, Kupfer und 
Eisen fehlen wohl niemals, Zink, Nickel, Wismuth sind oft vorhanden, 
während der geringe Rückhalt an Silber, welcher meist zwischen 1 Thl. 
in 200 000 Thln. Blei (0"005 Tausendtheilen) und 1 Thl. in 40 000 Thln. 
Blei (0"025 Tausendtheilen) liegt, nicht weiter in Betracht kommt. Es 
ist bekannt, dass die Weichheit des Bleies durch die genannten Elemente 
namentlich aber durch Antimon, Zink und Wismuth beeinträchtigt wird. 
Seit der Einführung des Raffinirens und Polens, namentlich aber seit 
dem das entsilberte Blei in der Glühhitze mit Wasserdämpfen behandelt 
wird, hat die Reinheit des Kaufbleies, und somit seine Anwendbarkeit, 
sehr wesentlich zugenommen. Man ersieht dies recht deutlich aus dem 
Oberharzer Blei, dessen erste Qualität (raffinirtes Harzblei) jetzt ganz 
vorzüglich ist. In dem von Lautenthaler Hütte (1870) sind nach 
Iiampe enthalten:
	        
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