Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

k

jr
y

942  Gruppe  III.  Chemische  Industrie.
lieh  das  Jodsilber,  bei  Ueberschuss  von  Silbersalz  gefällt,  ein  wenig
desselben  zurückhalten,  und  dies  hei  dem  dunkelgelben  Jodsilber  vorzugsweise ­
  eintrifft,  so  erklärt  sich,  weshalb  kein  Jod  frei  wird.
Während  Reissig 1 )  zu  ähnlichen  Resultaten  gelangte,  behauptet
Carey  Lea 2 ),  dass  Jod-  und  Bromsilber  im  Licht  keine  chemische,
sondern  nur  eine  physikalische  Veränderung  erfahren.
Die  Lichtempfindlichkeit  der  Silberhaloidsalze  und  der  Zusammenhang ­
  von  optischer  und  chemischer  Lichtabsorption  ist  von  Schulz-Seil
  ack")  ausführlich  dargelegt,  welcher  schliesst,  dass  alle  Farben,
welche  von  jenen  Salzen  optisch  absorbirt  werden,  chemische  Zersetzung
bewirken,  und  dass  sie  durch  alle  Strahlen  chemisch  verändert  werden,
welche  sie  in  merklicher  Stärke  absorbiren.  Allein  diese  gleichwie  die’
sonstigen  hierher  gehörigen  Arbeiten  von  H.  Vogel*)  über  die  Lichtempfindlichkeit ­
  der  Silberhaloidsalze  mögen  hier  nur  angedeutet  werden.

Die  Silbergewinnung  im  Grossen.  —  Ungleich  dem  Golde,
dessen  Production  durch  das  massenhafte  Vorkommen  in  Californien
und  Australien  in  dem  letzten  Vierteljahrhundert  eine  ansehnliche
Steigerung  erfahren  hat,  ist  die  Silbergewinnung  im  Grossen  und  Ganzen
auf  die  früheren  Loealitäten  beschränkt  geblieben,  an  einzelnen  gestiegen,
an  anderen  gesunken.  Der  Werth  der  Silberproduction  wird  für  das
Jahr^1868  folgendermaassen  veranschlagt 5 ):

Mexico  .  .  .
Chile  ....
Peru  ....
Australien  .  .
Deutschland  .
Frankreich  .  .
Grossbritannien
Russland  .  .

30  000  000  Thlr.
7  600  000  „
5  480  000  „
4  900  000  „
4  000  000  „
2  100  000  „
1  620  000  „
1  500  000  „

In  Summa  60  Mill.  Thlr.,  während  man  den  Werth  des  im  Jahre  1869
gewonnenen  Goldes  auf  etwa  400  Mill.  Thlr.  schätzt,
Die  Cordilleren  Amerikas  schlossen  an  unzähligen  Stellen  Lagerstätten ­
  der  edlen  Metalle  ein,  welche,  seit  dem  16.  Jahrhundert  in
Mexico  und  Peru  von  den  Spaniern  ausgebeutet,  den  Silberreichthum
dieser  Länder  sprüchwörtlich  gemacht  haben.  Während  Mexico  auch
heute  noch  unter  allen  den  ersten  Rang  behauptet,  sind  die  peruanischen
Bergwerke,  wie  Potosi  und  der  Cerro  de  Paseo,  in  Folge  der  poli-’)

  Reissig,  J.  f.  pr.  Chem.  CIVC,  105.
[2]  XL,  109.  8 )  Schulz  -  Sellack,  Pogg.
auch  Ber.  chem.  Ges.  IV,  210.  344  u.  VII,
Ges.  IV,  88  u.  1302.  6 )  Wagner,  Hdbch.

2 )  Carey  Lea,  Am.  J.  of  Sc.
Ann.  CXXXXIII,  161.  Vergl.
386.  4 )  Vogel,  Ber.  chem.
ü.  chem.  Techn.  8.  Aufl.  1871.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.