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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

Arsen. 
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26 bis 28 p. C. S werden in Oefen mit 12 Röhren der Sublimation 
unterworfen. Jede Röhre fasst 30 Kg Erz und nach je 12 Stunden 
wird frisch beschickt. Die Sublimationsrückstände, die etwa 0'5 p. 0. 
As und 23 bis 24 p. C. S enthalten, werden wie kiesige Erze in Schütt 
öfen oder Kilns vor-, in Fortschauflungsöfen gut geröstet und gehen 
dann zur Schmelzung. Das Sublimationsproduct (Rothglas) wird 
durch Umschmelzen unter Hinzufügen von Schwefel geläutert, wobei 
man die Farbe nach einer genommenen Spahnprobe beurtheilt, und 
dann zum Erkalten in luftdicht, verdeckbare Blechgefässe abgestochen. 
Das Product enthält circa 75 p. 0. As und 25 p.O. S. Der Schwefel 
gehalt des künstlichen Realgars von Reichenstein in Schlesien beläuft 
sich nach M. Büchner 1 ) auf 34'97 bis 36'57 p. C. und es ist somit 
dann, mit reinem Arsensulfür (As 2 ,S 2 ) verglichen, ein Ueberschuss von 
5'07 bis 6'63 p. C. Schwefel enthalten. 
Das Auripigment, Operment, Rauschgelb, gelbes Schwefelarsen, 
As 2 S3, entsteht auf nassem Wege bei der Reinigung der Kammersäure 
von Arsen, durch Behandlung derselben mit Schwefelwasserstoff. Frü 
her 2 ) wurde dasselbe bei den königlichen Schmelzhütten zu Freiberg 
nach dem Auswaschen und Trocknen in geschlossenen eisernen Retor 
ten unter Gasdruck zusammengeschmolzen und auf Realgar verarbeitet. 
Jetzt giebt man dasselbe mit auf die Kilns auf und verbrennt es zu 
arseniger und schwefliger Säure. Das gelbe Arsenpräparat, welches 
man in Freiberg und arfderwärts, z. B. in Schlesien, darstellt, ist kein 
wirkliches Auripigment und wird auch nicht als solches bezeichnet, son 
dern es ist ein durch Schwefelarsen gelb gefärbtes Arsenglas und 
kommt unter dem Namen Gelbglas in den Handel. Man stellt es 
dadurch dar, dass man arsenige Säure mit 2 p. 0. Schwefel zusammen 
sublimirt, wobei der Schwefel auf den Boden der Sublimationskessel, 
die arsenige Säure aber darüber zu liegen kommt. Der Schwefelge 
halt des Gelbglases beträgt wenig über 1 p. C.; M. Büchner 3 ) fand in 
einem gelben Arsenglas, welches sehr durchscheinend und gestreift 
war, 2 - 50 p. C. S (6‘40 p.C. As 2 S 3 ); in doppelt raffinirtem Gelbglas 
von Reichenstein in Schlesien, homogen und intensiv gefärbt, 1'05 p. 0. 
S (2’68 p.C. As 2 S3); in einem anderen, welches ebenfalls von Reichen 
stein stammte, aber minder intensiv gefärbt war, 1‘34 p.C. S (3’43 p.C. 
As 2 S 3 ). Ausserdem ergab sich, dass nicht aller Schwefel chemisch ge 
bunden war, indem eine kleine Quantität bei der Digestion mit Am 
moniak zurückblieb. Es enthält demnach das gelbe Arsenglas 93 bis 
*) Büchner, Zeitschr. f. analyt. Chemie 1871, 308. 2 ) Vergl. Käst u. 
Bräuning, Zeitschr. f. d. Berg-, Hütten- und Salinenwesen im preuss. Staate 
1870, XVIII, 188 bis 190; Wagn. Jahresber. 1871, 195. 8 ) Büchner, 
Zeitschr. f. analyt. Chemie 1871, 308.
	        
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