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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

Anti m o n. 
Yon Dr. Clemens Winkler, 
Professor an der königlichen Bergakademie Freiberg. 
Das natürlich vorkommende Sulfür des Antimons war schon in den 
ältesten Zeiten bekannt und wurde als innerliches Heilmittel, wie zum 
Schwarzfärben der Augenbrauen angewendet. Die erste genauere Kennt- 
niss des Elementes und seiner Verbindungen verdanken wir Basilius 
Valentinus (15. Jahrh.); von da ah, bis gegen Ende des 18. Jahr 
hunderts, spielte das Antimon eine ganz ausserordentliche Rolle in der 
Medicin und wurde von den Alchemisten in den verschiedenartigsten 
Verbindungen dargestellt. Auch heute noch werden die Antimon 
präparate in der Heilkunde verwendet; weitaus die grössere Menge des 
erzeugten Antimons dient jedoch anderen, insbesondere industriellen 
Zwecken. 
Vorkommen. Das Antimon ist in der Natur ziemlich verbreitet, 
obwohl es sich nirgends in grossen Massen aufgehäuft vorfindet. In 
elementarem Zustande tritt es nur selten auf; das wichtigste Antimon 
erz ist das natürliche Antimon sulfür, Sb 3 S 3 , Grauspiessglanzerz, 
Antimonglanz, Antimonit genannt, welches sich meist strahlig kry- 
stallinisch, oder auch blättrig und dicht in den metallführenden Gängen 
des Ur- und Uebergangsgebirges findet. Insbesondere tritt es auf in 
Ungarn (Felsöbanya, Nagyhanya, Schemnitz, Kremnitz), in Siebenbürgen 
(Toplitzka), im Banat, in Deutschland (Wolfsberg am Harz, Wolfach in 
Baden, Schleiz, Westfalen), in Böhmen (Milleschau, Pfibram), in Frank 
reich (Auvergne), in Spanien (Estramadura), in Algier, Corsica, Sibirien, 
Amerika, Australien, Ostindien und namentlich in beträchtlicher Menge 
auf Borneo *). 
Weissspiessglanzerz, Antimonhlüthe, Sb 3 03, und Valen- 
tinit und Senarmontit, Sb 0 2 , sind nicht selten Begleiter des Anti- 
Ding], pol. J. CLXXIII, 152.
	        
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