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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

Antimon. 
Nach Petitgand *) betrügt die Production an 
Theil an Erzen) in: 
Grossbritannien (Erze 950 T., Regulus 1010 T.) 
Frankreich 
Oesterreich 
Deutschland 
Italien 
Spanien 
4170 Tonnen 
— 4 107 000 Kg. 
NachC. Stölzel’s Mittheilungen 2 ) hat sich in Oesterreich in Folge 
der zu Milleschau in Böhmen gemachten Aufschlüsse die Antimon- 
production wesentlich vermehrt, von 1413 Ctr. Ant. crud. und Regulus 
1867 auf 4121 Ctr. 1871. Dagegen ist in Ungarn die Production von 
Rohantimon und Erz von 8694 Ctr. 1867 auf 2553 Ctr. 1871 zurück 
gegangen. Es hat dies weniger seinen Grund in einem Erzmangel 3 ), 
als in der Unbequemlichkeit und Unvollkommenheit des Hüttenbetriebs. 
Im Gömörer Comitat werden in Dobschau (sehr wenig), Rosenau, Betler 
und Nadapula Erze gewonnen. Es können monatlich 2000 bis 3000 Ctr. 
erzeugt werden, der Betrieb ist aber ein so schwacher, dass man mit 
einer gesammten Arbeiterschaft von 15 bis 20 Mann ungefähr 300 bis 
400 Ctr. pro Monat fördert. Man scheidet diese Erze in Kern-, Mittel 
und Kleinstuffen, erstere mit 60 bis 70 p. C. Sb, und verkauft dieselben 
der Hauptmenge nach loco Poprad mit 4 bis 6 fl. pr. Wien. Ctr. Un 
gefähr 200 Ctr. jährlich verschmilzt man auf Ant. crud., welches einen 
Preis von 19 bis 20 fl. pro. Wien. Ctr. erreicht. 
Industrielle Verwendung. Das Antimon findet seiner gröss 
ten Menge nach Anwendung zur Darstellung von Antimonmetallen. 
Antimonblei mit bis 22 p. C. Sb fällt als Nebenproduct bei der Verhüt 
tung antimonhaltiger Bleierze und kommt als Hartblei in den Han 
del. Das Lettern- oder Schriftgiess ermetall ist ebenfalls Antimon 
blei, in Deutschland mit circa 15 p. C. Sb. In England giebt man nach 
Ir. Varrentrapp 4 ) den Schriftzeugen einen höheren Antimongehalt 
und dadurch grössere Dauerhaftigkeit, die durch einen Zinn- oder auch 
Kupferzusatz noch beträchtlich erhöht wird. Die Untersuchung engli 
scher Schriftmetalle ergab die Zusammensetzung: 
981 
Antimon (und zum 
1960 Tonnen. 
580 „ 
800 „ 
665 „ 
100 „ 
85 „ 
*) Petitgand, Rapport du Jury international, Paris 1868, V, 681; 
Wagn. Jaliresber. 1868, 154. 2 ) Stölzel, Ber. d. deutsch. Central-Com 
mission über die Wiener Weltausstellung, Gruppe I, Sect. 3, 97. 3 ) Privat 
mittheilungen aus Dobschau vom Juni 1874. 4 ) Varrentrapp, Dingl. po). 
J. CBXXV 38; Deutsche Ind. Ztg. 1865, 54; Wagn. Jaliresber. 1865, 212.
	        
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