Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

Antimon.

983
Antimoncklorür  werden  in  1  1  Weingeist  gelöst  und  so  viel  Salzsäure
zugesetzt,  dass  die  Lösung  klar  wird.  Den  blank  geputzten  Gegenstand
von  Kupfer  stellt  man  Vs  bis  %  Stunde  in  die  Lösung,  wobei  sieb  das
Antimon  als  festbaftender  Ueberzug  darauf  niederscblägt.  Verkupfertes
Eisen  lässt  sieb  ebenso  behandeln.  Wird  Antimon  aus  seiner  Lösung
durch  Zink  gefällt,  so  bildet  es  ein  schwarzes  Pulver,  das  sogenannte
Eisenscbwarz,  welches  zum  Bronziren  von  Gyps-  und  Papiermachefiguren ­
  Anwendung  findet.
Dullo 1 )  sucht  diese  Scbwarzfärbung  auch  auf  Zink  zu  übertragen.
Er  empfiehlt,  90  bis  96  g  Antimonchlorür  in  1  1  Alkohol  zu  lösen,  64
bis  96  g  Salzsäure  zuzusetzen  und  mit  dieser  Lösung  den  Zinkgegenstand ­
  wiederholt  abzubürsten,  worauf  er  abzuwaseben  und  mit  einem
trockenen  Tuche  abzureiben  ist.  C.Puscher 2 )  überzieht  Messinggegenstände ­
  mit  den  prachtvollsten  Lüsterfarben,  indem  er  dieselben  in  eine
heisse  Lösung  von  1  Thl.  Brechweinstein  und  1  Thl.  Weinstein  in
30  Thle.  Wasser  taucht,  welcher  3  bis  4  Thle.  Salzsäure  und  ebensoviel
gepulvertes  Antimon  zugefügt  worden  ist.
Antimonoxyd  wird,  wie  es  sich  in  der  Natur  findet,  als  weisse
Anstrichfarbe  benutzt.  Mit  Bleioxyd  an  der  Luft  erhitzt  geht  es
in  Bleiantimoniat  über,  welches  eine  sehr  beständige  Oel-  und  Schmelzfarbe, ­
  das  Neapelgelb,  bildet.  Man  stellt  sie  dar  durch  Glühen  von
1  Thl.  Brechweinstein  mit  2  Thln.  Bleinitrat  und  4  Tkln.  Kochsalz  und
Auslaugen  der  Masse.  Nach  Stenhouse 3 )  kann  man  durch  Abrösten
von  gleichen  Theilen  Grauspiessglanzerz  und  Zinkoxyd  eine  weisse  Oelfarbe
  darstellen;  glüht  man  diese  wieder  mit  ihrem  gleichen  Gewichte
Bleioxyd,  so  erhält  man  ein  Gelb,  welches,  je  nach  dem  Verhältniss  der
Gemengtheile  und  dem  Grade  der  angewendeten  Hitze,  eine  verschiedene ­
  Nuance  besitzt.  Beines  gepulvertes  Antimon  oder  Weissspiessglanzerz
  liefern  ebenfalls  beim  Rösten  mit  Zinkoxyd  die  weisse,  gepulvertes ­
  Letternmetall  die  gelbe  Farbe.  Um  aus  Antimonglanz  Antimonoxyd ­
  darzustellen,  empfiehlt  Lindner 4 )  denselben  mit  einer  Lösung
von  Eisenchlorid  unter  Zusatz  von  Salzsäure  zu  kochen,  wobei  unter
Schwefelabscheidung  Eisenchlorür  und  Antimonchlorür  entstehen.  Nach
demFiltriren  fällt  man  die  Lösung  mit  Wasser  und  führt  das  erhaltene
Algarothpulver  durch  Digestion  mit  Sodalösung  in  Antimonoxyd  über.
Das  Antimonoxyd  wird  endlich  zur  Umwandlung  von  Jod  in  Calciumjodidbenutzt, ­
  indem  man  dasselbe  in  Kalkmilch  suspendirt  und  solange
Jod  einträgt,  als  es  gelöst  wird.
Antimonsäure  hat  man  an  Stelle  der  Arsensäure  in  der  Anilinfarbenfabrikation ­
  anzuwenden  gesucht.  Um  dieselbe  im  Grossen  dar-V
  Dullo,  deutsch,  ill.  Gewerbezeitung  1864,  478;  Dingl.  pol.  J.  CLXXV,
85  u.  313.  2 )  Puscher,  Dingl.  pol.  J.  CXCV,  375;  Wagn.  Jahresber.  1870,
131.  3)  Stenhouse,  Dingl.  pol.  4.  CLXIII,  123.  4 )  Dindner,
Dingl.  pol.  J.  CXCHI,  258.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.