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MAK

Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

Platin  und  Platinmetalle.

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arabisches  Gummi  und  12  Thle.  Wasser);  Schriftzüge,  welche  man  mit
dieser  Lösung  mittelst  eines  Gänsekiels  auf  einem  blanken  Zinkblech
ausführt,  treten  sogleich  mit  sammtschwarzer  Farbe  hervor.  Uebergiesst
  man  das  Zink  mit  Wasser,  bevor  die  Schrift  getrocknet  ist  und
legt  man  es  zuerst  wenige  Augenblicke  in  eine  Lösung  von  Kaliumgoldcyanür
  und  dann  in  verdünnte  Salpetersäure,  so  kann  man  auf
diese  Weise  die  Schriftzüge  vergolden.
In  der  Porcellanmalerei  wird  das  Platin  als  Scharffeuerfarbe  und  zur
Herstellung  des  Glanzplatins  und  der  sogenannten  Lustrefarben,  welche
für  Verzierungen  auf  Porzellan,  Fayence  und  feinem  Steinzeug  dienen,
angewandt.  Lüdersdorf 1 )  löst  zu  diesem  Zweck  Platinchlorid  in  Weingeist ­
  und  vermischt  die  Lösung  mit  Lavendelöl;  diese  Flüssigkeit  wird
auf  die  zu  verplatinirende  Fläche  vermittelst  eines  Pinsels  möglichst
gleichmässig  aufgetragen  und  unter  der  Muffel  eingebrannt.  Aehnlich
ist  das  vonBöttger  2 )  vorgeschlagene  Verfahren.  Nach  anderen  Methoden,
die  von  Salvetat 3 ),  Brianchon  *),  Schwarz 5 )  und  Anderen  vorgeschlagen ­
  worden  sind,  wird  Platinschwamm  oder  eine  Platinverbindung
mit  einem  Blei-  oder  Wismuthfluss  vermischt  und  dieser  Fluss  auf  die
zu  verzierende  Fläche  aufgetragen  und  eingeschmolzen.  Elsner 6 )  giebt
ein  Verfahren  an,  Porzellangegenstände  mit  einem  festsitzenden,  glänzenden ­
  und  starken  Ueberzuge  von  Platinschwarz  zu  versehen,  welches
bei  dem  stärksten  Gutofenfeuer  des  Porzellanofens  eingebrannt  wird.
Derartige  innen  mit  einem  starken  Platinüberzug  versehene  Porzellanschalen ­
  sollen  für  viele  Zwecke  die  Platinschalen  zu  ersetzen  im
Stande  sein.
Die  Verplatinirung  von  Glas  hat  hauptsächlich  den  Zweck,
spiegelnde  Flächen  zu  erlangen,  welche  in  vielen  Beziehungen  die  Metallspiegel ­
  ersetzen  sollen.  Auch  kleinere  Glasartikel,  wie  Glasknöpfe  u.  s.  w.,
werden  namentlich  in  Böhmen  jetzt  vielfach  mit  Platin  überzogen.
Mehrere  der  zum  Verplatiniren  von  Porzellan  empfohlenen  Methoden
sind  auch  für  Glas  anwendbar.  Böttger  giebt  an,  dass  es  nach  seinem
Verfahren  auch  gelingt,  Glas  mit  einer  dünnen,  silberglänzenden  Schicht
Platin  zu  überziehen  und  es  den  in  der  Anfertigung  optischer  Gläser
bewanderten  Industriellen  nicht  mehr  schwer  fallen  dürfte,  mit  Platin
bekleidete  Hohlspiegel  aller  Art,  sowohl  kleine  für  das  Mikroskop,  wie
solche  von  grösseren  Dimensionen  für  astronomische  Zwecke  herzustellen.
Lüdersdorf  bemerkt,  dass  die  Platinspiegel  wirklichen  Metallspiegeln

Lüdersdorf,  Verh.  d.  Ver.  zur  Bef.  d.  Gewerbefleisses  in  Pr.  1847;
Dingl.  pol.  J.  CV,  36.  2 )  Böttger,  Dingl.  pol.  J.  CXCII,  475,  aus  Jahresber.
  d.  pbys.  Ver.  zu.  Frankfurt  a./M.  1867/68.  8 )  Salv^tat,  Ann.
chim,  pbys.  [3]  XXV,  342;  Dingl.  pol.  J.  OXII,  45.  4 )  Salvetat,  Ueber
Brianchon’s  Vei'fahren  Polyt.  Centralbl.  1858,  1242;  Dingl.  pol.  J.CL,  216;
CLVII,  65.  5 )  Schwarz,  Dingl.  pol.  J.  CXCVII,  243.  6 )  Elsner,
Dingl.  pol.  J.  CLX,  316  aus  Elsner’s  ehern,  techn.  Mitth.  1859/60.
            
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