Platin und Platinmetalle.
1003
arabisches Gummi und 12 Thle. Wasser); Schriftzüge, welche man mit
dieser Lösung mittelst eines Gänsekiels auf einem blanken Zinkblech
ausführt, treten sogleich mit sammtschwarzer Farbe hervor. Uebergiesst
man das Zink mit Wasser, bevor die Schrift getrocknet ist und
legt man es zuerst wenige Augenblicke in eine Lösung von Kaliumgoldcyanür
und dann in verdünnte Salpetersäure, so kann man auf
diese Weise die Schriftzüge vergolden.
In der Porcellanmalerei wird das Platin als Scharffeuerfarbe und zur
Herstellung des Glanzplatins und der sogenannten Lustrefarben, welche
für Verzierungen auf Porzellan, Fayence und feinem Steinzeug dienen,
angewandt. Lüdersdorf 1 ) löst zu diesem Zweck Platinchlorid in Weingeist
und vermischt die Lösung mit Lavendelöl; diese Flüssigkeit wird
auf die zu verplatinirende Fläche vermittelst eines Pinsels möglichst
gleichmässig aufgetragen und unter der Muffel eingebrannt. Aehnlich
ist das vonBöttger 2 ) vorgeschlagene Verfahren. Nach anderen Methoden,
die von Salvetat 3 ), Brianchon *), Schwarz 5 ) und Anderen vorgeschlagen
worden sind, wird Platinschwamm oder eine Platinverbindung
mit einem Blei- oder Wismuthfluss vermischt und dieser Fluss auf die
zu verzierende Fläche aufgetragen und eingeschmolzen. Elsner 6 ) giebt
ein Verfahren an, Porzellangegenstände mit einem festsitzenden, glänzenden
und starken Ueberzuge von Platinschwarz zu versehen, welches
bei dem stärksten Gutofenfeuer des Porzellanofens eingebrannt wird.
Derartige innen mit einem starken Platinüberzug versehene Porzellanschalen
sollen für viele Zwecke die Platinschalen zu ersetzen im
Stande sein.
Die Verplatinirung von Glas hat hauptsächlich den Zweck,
spiegelnde Flächen zu erlangen, welche in vielen Beziehungen die Metallspiegel
ersetzen sollen. Auch kleinere Glasartikel, wie Glasknöpfe u. s. w.,
werden namentlich in Böhmen jetzt vielfach mit Platin überzogen.
Mehrere der zum Verplatiniren von Porzellan empfohlenen Methoden
sind auch für Glas anwendbar. Böttger giebt an, dass es nach seinem
Verfahren auch gelingt, Glas mit einer dünnen, silberglänzenden Schicht
Platin zu überziehen und es den in der Anfertigung optischer Gläser
bewanderten Industriellen nicht mehr schwer fallen dürfte, mit Platin
bekleidete Hohlspiegel aller Art, sowohl kleine für das Mikroskop, wie
solche von grösseren Dimensionen für astronomische Zwecke herzustellen.
Lüdersdorf bemerkt, dass die Platinspiegel wirklichen Metallspiegeln
Lüdersdorf, Verh. d. Ver. zur Bef. d. Gewerbefleisses in Pr. 1847;
Dingl. pol. J. CV, 36. 2 ) Böttger, Dingl. pol. J. CXCII, 475, aus Jahresber.
d. pbys. Ver. zu. Frankfurt a./M. 1867/68. 8 ) Salv^tat, Ann.
chim, pbys. [3] XXV, 342; Dingl. pol. J. OXII, 45. 4 ) Salvetat, Ueber
Brianchon’s Vei'fahren Polyt. Centralbl. 1858, 1242; Dingl. pol. J.CL, 216;
CLVII, 65. 5 ) Schwarz, Dingl. pol. J. CXCVII, 243. 6 ) Elsner,
Dingl. pol. J. CLX, 316 aus Elsner’s ehern, techn. Mitth. 1859/60.