Platin und Platinmetalle. 1005
selben. Das Verfahren wird so oft wiederholt, bis die Platinschicht
die gewünschte Stärke erlangt hat.
Ferner mögen noch folgende Anwendungen, welche man von dem
reducirten Platin gemacht hat, erwähnt werden: Grüne 1 ) wandelt die
photographischen Silberbilder durch Behandlung mit einer Platin
chloridlösung und Auswaschen des gebildeten Chlorsilbers mittelst
einer Lösung von unterschwefligsaurem Natrium in Platinbilder um,
welche, in Email eingebrannt, ein grauschwarzes Bild liefern. Rei-
mann 2 ) theilt mit, dass eine Auflösung von 1 Gewichtstheil Platinchlorid
in 16 Thln. Wasser sich zur Herstellung einer unzerstörbaren Tinte zum
Zeichnen von Leinengeweben eigne. Das Leinenzeug wird angefeuch
tet mit einer Lösung von 3 Thln. Soda und 3 Thln. Gummi in 12 Thln.
Wasser. Nach dem Trocknen des Zeugs schreibt man mit der Platin
lösung auf dasselbe und feuchtet die getrockneten Schriftzüge mit einer
Auflösung von 1 Thl. Zinnchlorür in 4 Thln. Wasser an.
Legirungen des Platins. lieber Versuche, Legirungen des
Platins mit anderen Metallen technisch zu verwerthen, liegen folgende
Angaben vor: Faraday und Stodard haben zahlreiche Versuche über
Legirungen des Platins mit dem Stahl angestellt; später kam mehr
mals sogenannter Platinstahl in den Handel, der aber nach Schwarz 0 )
meist keine Spur Platin enthielt. Eine Legirung von gleichen Theilen
Platin und Stahl wurde zur Herstellung von Metallspiegeln empfohlen 4 ).
Jouglet 5 ) schlug mehrere Metalllegirungen für Münzzwecke vor.
Helouis 6 ) stellte verschiedene Legirungen von Nickel und Zinn mit
kleinen Mengen Platin für die verschiedenartigsten Zwecke (Bestecke,
Schellen, Luxusartikel, Fernrohre), ebenso auch Legirungen von Mes
sing, Nickel und Platin her. Mention und Wagner 7 ) schlagen Le
girungen des Platins mit Silber und Kupfer als Unterlage für Email
statt des Goldes vor. Sie stellen ferner verschiedene ähnliche Legi
rungen her, welche sie zur Anfertigung von Uhrgehäusen, Bädern der
Taschenuhren, Schmucksachen und Schreibfedern empfehlen. Derai’tige
Legirungen von Platin, Silber und Kupfer sind auch von Mailet 8 ) zur
Herstellung von Schreibfedem benutzt worden, welche sehr elastisch
und von Tinten unangreifbar sind, sie werden an das aus Platin und
Silber bestehende Oberstück angenietet und erhalten Spitzen von Rubin
!) Grüne, Dingl. pol. J. CXCYIII, 520; Ber. Chem. Ges. 1868, 54.
2 ) Beimann, Naumann’s Jahresber. f. Chem. 1870, 1264; Mustrirte deutsche
Gewerbeztg. 1869, 314; Dingl. pol. J. CXCY, 285. 3 ) Schwarz, Dingl. pol.
J. CLXII, 76 aus Breslauer Gewerbebl. 1801. 4 ) Wagner, Jahresber. der
chem. Technologie, 1868, 152. 6 ) Jouglet, Monit. scientif. 1872, 1003.
6 ) Helouis, Ber. chem. Ges. 1873, 42, 7 ) Mention und Wagner, Dingl.
pol. J. CYTTT 396, aus: Polyt. Centralbl. 1848. 8 ) Muspratt-Kerl, Theor.
prakt. u. analyt. Chemie 1869, 1Y, 887.