Platin und Platimnetalle.
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fenden kostbaren Rückstände von der Platinfabrikation für Wissenschaft
und Technik nutzbar zu machen. Aus der grossen Zahl der für die
Technik vorgeschlagenen Methoden für die Darstellung der Platinmetalle
mögen einige hier beispielsweise erwähnt werden. Das Material hierzu
liefern hauptsächlich die Rückstände vom Auflösen des Platins in Königswasser
(sie enthalten Osmium, Iridium und Ruthenium), sowie die Mutterlaugen,
welche bei der Herstellung des Platins nach der Ausfällung
des Platinsalmiaks bleiben, ferner die Osmium - Iridium enthaltenden
Platinerze Californiens und das palladiumhaltige Gold aus Brasilien.
In der Fabrik von Heräus in Hanau, in welcher die Darstellung
der Platinmetalle bereits gewerbsmässig ausgeführt wird, wird folgendes
Verfahren in Anwendung gebracht: Die Mutterlaugen von der Platindarstellung
werden eingedampft, wobei sich Iridiumsalmiak mit wenig
Platin ausscheidet. Die concentrirte Lauge wird einige Zeit bei Seite
gestellt, vom ausgeschiedenen Iridiumsalmiak getrennt, verdünnt und
mit Zink gefällt. Der Niederschlag wird mit Salzsäure digerirt, gewaschen
und geglüht. Königswasser löst aus demselben Palladium und
eine kleine Menge Gold auf, während unreines Rhodium zurückbleibt.
Die Lösung wird mit Ammoniak übersättigt und durch Salzsäure das
Palladium ausgefällt. Der Rückstand vom Auflösen des Platins, der
bei russischem Platin durchschnittlich gegen 8 p. C. beträgt, wird , um
ihn mürbe zu machen, geglüht, gemahlen und geschlämmt, um den
grössten Theil des Eisens, Gangart u. s. w., zu entfernen. Der Staub,
der jetzt noch 2 bis 3 p. C. vom ursprünglichen Erz beträgt, wird mit
gleichen Theilen eines Gemisches aus Borax und Salpeter geschmolzen,
bis die Masse ruhig fliesst. Nach Behandlung der zerriebenen Schmelze
mit Salzsäure und Wasser bleiben vorzugsweise die Platinmetalle zurück.
Dieselben werden mit der doppelten Menge Zink im Graphittiegel legirt,
die erhaltene Legirung wird zerstossen und gemahlen und durch Salzsäure
vom Zink befreit. In Röhren aus hessischem Thon mit gläsernen
Vorlagen wird die Masse durch Chlor aufgeschlossen. Man erhält
auf diese Weise neben einer kleinen Menge Platin, Iridium und Osmiumchlorid.
Ans dem im Wasserstoffstrome geglühten Rückstände wird
durch Schmelzen mit Aetzkali und Salpeter das Ruthenium ausgezogen.
Guyard ’) beschreibt ein Verfahren, welches sich in der Fabrik
von Johnson, Matthey &Comp. in London bewährt hat. Die festen
Rückstände vom Auflösen des Platins, welche Gangart, Osmium-Iridium,
das nicht von chemischen Reagentien angegriffen wird, ferner angreifbares
Osmium-Iridium und Körner einer Legirung von Platin, Iridium
und Rhodium enthalten, werden mit dem dreifachen Gewichte eines
Gemenges von gleichen Theilen Aetznatron und Natronsalpeter in einem
schmiedeeisernen Tiegel mit dicken Wänden bei lebhafter Rothgluth
] j Guyard, Compt. rend. L VI, 1177; Dingl. pol. J. CLXIX, 278.