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MAK

Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

Platin  und  Platimnetalle.

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fenden  kostbaren  Rückstände  von  der  Platinfabrikation  für  Wissenschaft
und  Technik  nutzbar  zu  machen.  Aus  der  grossen  Zahl  der  für  die
Technik  vorgeschlagenen  Methoden  für  die  Darstellung  der  Platinmetalle
mögen  einige  hier  beispielsweise  erwähnt  werden.  Das  Material  hierzu
liefern  hauptsächlich  die  Rückstände  vom  Auflösen  des  Platins  in  Königswasser ­
  (sie  enthalten  Osmium,  Iridium  und  Ruthenium),  sowie  die  Mutterlaugen, ­
  welche  bei  der  Herstellung  des  Platins  nach  der  Ausfällung
des  Platinsalmiaks  bleiben,  ferner  die  Osmium  -  Iridium  enthaltenden
Platinerze  Californiens  und  das  palladiumhaltige  Gold  aus  Brasilien.
In  der  Fabrik  von  Heräus  in  Hanau,  in  welcher  die  Darstellung
der  Platinmetalle  bereits  gewerbsmässig  ausgeführt  wird,  wird  folgendes
Verfahren  in  Anwendung  gebracht:  Die  Mutterlaugen  von  der  Platindarstellung ­
  werden  eingedampft,  wobei  sich  Iridiumsalmiak  mit  wenig
Platin  ausscheidet.  Die  concentrirte  Lauge  wird  einige  Zeit  bei  Seite
gestellt,  vom  ausgeschiedenen  Iridiumsalmiak  getrennt,  verdünnt  und
mit  Zink  gefällt.  Der  Niederschlag  wird  mit  Salzsäure  digerirt,  gewaschen ­
  und  geglüht.  Königswasser  löst  aus  demselben  Palladium  und
eine  kleine  Menge  Gold  auf,  während  unreines  Rhodium  zurückbleibt.
Die  Lösung  wird  mit  Ammoniak  übersättigt  und  durch  Salzsäure  das
Palladium  ausgefällt.  Der  Rückstand  vom  Auflösen  des  Platins,  der
bei  russischem  Platin  durchschnittlich  gegen  8  p.  C.  beträgt,  wird  ,  um
ihn  mürbe  zu  machen,  geglüht,  gemahlen  und  geschlämmt,  um  den
grössten  Theil  des  Eisens,  Gangart  u.  s.  w.,  zu  entfernen.  Der  Staub,
der  jetzt  noch  2  bis  3  p.  C.  vom  ursprünglichen  Erz  beträgt,  wird  mit
gleichen  Theilen  eines  Gemisches  aus  Borax  und  Salpeter  geschmolzen,
bis  die  Masse  ruhig  fliesst.  Nach  Behandlung  der  zerriebenen  Schmelze
mit  Salzsäure  und  Wasser  bleiben  vorzugsweise  die  Platinmetalle  zurück.
Dieselben  werden  mit  der  doppelten  Menge  Zink  im  Graphittiegel  legirt,
die  erhaltene  Legirung  wird  zerstossen  und  gemahlen  und  durch  Salzsäure ­
  vom  Zink  befreit.  In  Röhren  aus  hessischem  Thon  mit  gläsernen
Vorlagen  wird  die  Masse  durch  Chlor  aufgeschlossen.  Man  erhält
auf  diese  Weise  neben  einer  kleinen  Menge  Platin,  Iridium  und  Osmiumchlorid.
  Ans  dem  im  Wasserstoffstrome  geglühten  Rückstände  wird
durch  Schmelzen  mit  Aetzkali  und  Salpeter  das  Ruthenium  ausgezogen.
Guyard  ’)  beschreibt  ein  Verfahren,  welches  sich  in  der  Fabrik
von  Johnson,  Matthey  &Comp.  in  London  bewährt  hat.  Die  festen
Rückstände  vom  Auflösen  des  Platins,  welche  Gangart,  Osmium-Iridium,
das  nicht  von  chemischen  Reagentien  angegriffen  wird,  ferner  angreifbares ­
  Osmium-Iridium  und  Körner  einer  Legirung  von  Platin,  Iridium
und  Rhodium  enthalten,  werden  mit  dem  dreifachen  Gewichte  eines
Gemenges  von  gleichen  Theilen  Aetznatron  und  Natronsalpeter  in  einem
schmiedeeisernen  Tiegel  mit  dicken  Wänden  bei  lebhafter  Rothgluth

] j  Guyard,  Compt.  rend.  L  VI,  1177;  Dingl.  pol.  J.  CLXIX,  278.
            
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