Neue Quellen von Rohmaterialien f. d. chemische Industrie. 1027
der andere 80 Fass mächtig ist, und zwar als compacte Masse ohne
Zwischen mittel von Steinsalz oder Thon. Dieses Kainitlager ist im
Mittel ein Gemenge aus 6P77 p.C. Kainit, 10'80 p.C. Sylvin, 20'67p.C.
Steinsalz, der Rest besteht aus Thon mit Chlorcalcium und Spuren
einer Eisenverbindung. Der Gehalt an Chlorkalium beträgt darnach
im Mittel 29'46 p. C.
Die bis 1871 gemachten Aufschlüsse stellen für Sylvin 7 bis 8 Mil
lionen Centner mit etwa 25 bis 30 p.C. Rohsalz und für Kainit 15 Mil
lionen Centner in Aussicht.
Nach Tschermak ist der Kainit (K 2 S0 4 -f MgS0 4 -f MgCl 2
“h 6 aq) aus Carnallit (K CI -f- Mg Cl 2 6 aq) und Kieserit (wasserhal
tigem schwefelsauren Magnesium) entstanden; der Sylvin aus Carnallit.
In Steinsalzdrusen kommt in Kaluscz noch Syngenit (CaS0 4
d - K 2 S0 4 -f- aq) mit 2 8'70 p. C. Kali) vor : ).
Persien. Nach Göbel findet sich auch im Steinsalzbergwerk
von Maman, Persien, Carnallit in rothen harten Knollen 2 ).
Pendschab. Im Steinsalz der Mayo-mines in der Salzkette (Salt
ränge) im Norden des Pendschab kommt in dem silurischen Steinsalz
ein weisses oder röthliches Gemenge von Sylvin, Steinsalz und Kie
serit vor 3 ).
Steinsalz.
Baden. Am 31. Januar 1866 erbohrte man bei Wyhlen 4 ), Ba
disches Oberland, hart am Rhein in dem mittleren Muschelkalk ein im
Ganzen, die Zwischenlagen mitgerechnet, 24 m mächtiges Steinsalz
lager. In 402 bis 412 Fuss 4 Zoll Badisch traf man das erste Steinsalz,
darunter Wechsel von Steinsalz und Gypsmergel, im Tiefsten des
Bohrloches aber 482 bis 486 Fuss Gyps. Auf Schweizer Gebiet, bei
Schweizerhall, hat man schon früher dieses Salzlager erbohrt und
Beutet es aus.
Frankreich. InDax, Landes, hatMaxwell-Lyte 6 ) ein Steinsalzlager
aufgefunden, das man durch Auflösung ausbeutet. Das erste, 3 m mäch
tige Salzlager findet sich in 32 m Tiefe, darunter folgen 3 m mächtige
Salzthone, darunter liegt ein zweites Salzlager, in welches man nur
*) Verb. geol. Beichsanst. 1868, 26 und 226, 1871, 65. Jahrb. Beichsanst.
NX, 141, 1870. Vergl. S. 878 dieses Berichts. 2 ) Will’s Jahresber. Cliem.
1865, 912. 3) J. Miner. 1873, 642. 4 ) Sandberger, J. Miner. 1867,
81, und Platz, ib. 1873, 767. 5 ) D eiesse et de Lapparent, Bevue
de g^ologie V, 60. Etwas abweichende Angaben in Bull. g6ol. [2], 23, 823,
1866.
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