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Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

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Die  Soda-Industrie.
H.Deacon 1 )  leitet  Schwefelsäureanhydrid  mit  Luft  oder  Sauerstoff
gemengt  über  Chlorkalium  oder  Chlornatrium  und  erhält  Sulfate  nebst
frerem  Chlor^jnnung  ^  Natriumsu lf at  aus  den  Seesalzmutterlaugen
sowie  aus  den  Stassfurter  Abraumsalzen  ist  in  anderen  Artikeln  besprochen. ­
  (V  er  gl.  S.  368  und  S.  412  dieses  Berichtes.)
Darstellung  der  Rohsoda.  Der  gewöhnliche  Sodaofen  sowie
auch  die  Ausführung  des  Schmelzprocesses  hat  in  den  letzten  10  Jahren
kaum  Veränderungen  erlitten.  Fast  ausschliesslich  sind  gegenwärtig
Oefen  im  Gebrauch,  welche  aus  zwei  Abtheilungen  bestehen,  deren
hintere  zum  Vorwärmen  der  Mischung  dient,  während  in  der  vorderen,
der  Feuerung  zugelegenen,  die  Schmelzung  vorgenommen  wird.  Versuche, ­
  beim  Sodaofen  sowie  auch  bei  den  Sulfatöfen  Gasheizung  mittelst
Siemens’scher  Regeneratoren  einzuführen,  sind  bis  jetzt  veremze
geblieben.  In  England  haben  die  rotirenden  Oefen,  welche  1853  von
Elliot  und  Rüssel  vorgeschlagen,  spater  von  Stevenson  un
liamson  verbessert  und  zuerst  auf  den  Jarrow  Chemical  Works
in  South  Shields  bei  Newcastle  eingeführt  worden  sind*),  immer  grossere
Verbreitung  gefunden.  Im  Jahre  1869  arbeiteten  in  England  bereits
16  dieser  Apparate.  Mittheilungen  über  dieselben  haben  veröffentlich
Lamv  3 )  G  Gemeine*)  und  namentlich  Lunge*),  welcher  eine  sehi
gründliche  Erörterung  äer  H.  »■»  f*  ”"T,
riebt«)  In  Deutschland  ist  die  Production  der  Sodafabriken  nicht
gross  genug  und  ferner  der  Arbeitslohn  zu  niedrig,  als  dass  die  Einführung ­
  der  rotirenden  Oefen  von  Vortheil  wäre.  Aus  denselben  Gründen
haben  sie  auch  in  den  anderen  Ländern  des  Contments  bis  jetzt  noch
keinen  Eingang  gefunden.
lieber  die  Einwirkung  der  Luft  auf  die  Rohsoda  während
des  Zerfaliens  sind  Versuche  von  J.  Kolb’)  angestellt  worden  Er
fand,  dass  trockene  Luft  bei  gewöhnlicher  Temperatur  sowie  auch  her
100°  keinen  merklichen  Einfluss  ausübt,  in  höherer  Temperatur  aber

11  TT  TTeacon  Engl.  Pat.  21.  Juli  1871,  Nro.  1908.  2 )  Siehe  A.  W.
Stohmann  m  Muspratt  s  Cherm  A  •  >  in0 ’  BuU .  Soc.  d’Encour.
1869,  435;  Wagn.  Jahresber.  1869,  17  )  ^  ,  pol  j.  C XCIV,
1873,  359;  Wagn.  Jahresber.  1873,  2o  .  einer ^  neuerten  Mittheilung  ,von
K  eteSgf  Te“  lT  Anm  Chim.  Phy,  [4]  VIII,  135;  Wagn.
Jahresber.  1866,  150.
            
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