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Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 20

Die  Soda-Industrie.  438
tung  gefunden,  und  es  sind  durch  dieselbe  auch  in  Deutschland  alle
früheren  Auslaugeverfahren  verdrängt  worden.
Andere  Auslaugemethoden  wurden  angegeben  von  P.  J.  Havrez 1 )
in  Verviers  und  von  Ritter  von  Schwind 2 ).
Ueber  die  Vorgänge,  welche  bei  der  Einwirkung  des
Wassers  auf  die  zerfallene  Rohsoda  (d.  h.  dem  Gemenge  von
Natriumcarbonat,  Schwefelcalcium,  Kalkhydrat  und  Calciumcarbonat
stattfinden,  hat  J.  Kolb 3 )  Versuche  angestellt.  Er  wandte  eine  Rohsoda ­

  von  folgender  Zusammensetzung  an:
Natriumcarbonat  44'7  9
Natriumsulfat  0'92
Chlornatrium  1'85
Natriumsilicat  1'52
Natriumaluminat  1‘44
Schwefelcalcium  2  9"  9  6
Kalk  9-68
Calciumcarbonat  5’92
Eisenoxyd  1'21
Kohle  1-20
Nicht  bestimmte  Stoffe  (Sulfide  und
Polysulfide,  Cyannatrium  etc.)  und
Verlust  1'51
100-00

und  behandelte  je  100  g  derselben  1)  mit  verschiedenen  Mengen  Wasser
(350,  500,1000  und  2000  cbcm),  2)  verschieden  lange  Zeit  (6,  24Stndn.,
1  Woche),  3)  bei  verschiedener  Temperatur  (15",  40°  und  00°)  und  ermittelte ­
  hierauf  den  Natriumcarbonatgehalt  der  Flüssigkeit,  sowie  die
durch  Einwirkung  dieses  Salzes  auf  den  Kalk  und  das  Schwefelcalcium
entstandenen  Mengen  von  Aetznatron  und  Schwefelnatrium.  Die  Resultate ­
  sind  in  nachstehender  Tabelle  enthalten.

i)  Havrez,  Wagn.  Jahresber.  1868,  205.  2 )  v.  Schwind,  DingJ.
pol.  J.  CXIC,  127.  3 )  Kolb,  Ann.  Cliim.  Phys.  [4]  VIII,  135;  Wagn.
Jahresber.  1866,  156.

Wiener  Weltausstellung.  IJI.

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