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Gruppe III. Chemische Industrie.
Zustande, wird die Spalte leichter sichtbar und ebenso auf dem Quer
schnitt, wo dann die beiden halbkreisförmigen Hälften deutlich hervor
treten. Die trocknen Blätter sind gewöhnlich von hellgrüngelber bis
gelber Farbe, zeigen eine ausserordentliche Zähigkeit und erreichen je
nach dem Standort eine Länge von 15 cm bis lm und eine Dicke von
1'5 bis 4'0 mm.
Das feine, am meisten geschätzte spanische Esparto hat eine ziem
lich gleichmässige Dicke von 1mm und eine Durchschnittslänge von
35 bis 40 cm.
Die Espartopflanze scheint besonders auf armem und trocknem
Kalkboden in der Nähe der Seeküste und auf den benachbarten Thal
abhängen zu gedeihen. Sie bildet mit ihren niedrigwachsenden Wur
zelstöcken, aus welchen im Frühjahre die Blätter hervortreiben, binsen
artige Büschel von 0‘5 bis 3 m im Umfange. Die Blätter werden in
der trocknen Jahreszeit, von August bis October, durch Abreissen mit
der Hand (oder Aufdrehen auf einen Stock) gesammelt.
In Tunis, Tripolis und anderen Gegenden von Afrika findet sich
das Esparto im Naturzustand oft von grosser Länge und entsprechen
der Dicke; man hat diese Pflanzen als von dem eigentlichen Esparto
verschiedene Arten, als Stipa gigantea und Macrochloa arenaria (Kunth)
aufgeführt. Nachdem jedoch durch ein regelmässiges Einsammeln des
Esparto und Entfernen der abgestorbenen Blätter diese Pflanzen ge-
wissermaassen unter Cultur gebracht werden, nehmen die Blätter mehr
und mehr den Charakter des kleineren und dünneren, aber höher ge
schätzten spanischen Espartos an.
Zuweilen wird als Stammpflanze des Espartos auch Lygeum spar-
tum aufgeführt; diese ist aber eine andere der Macrochloa in vieler Be
ziehung ähnliche in das Geschlecht der Phalarideen gehörende Grasart,
welche sich in der Gegend von Barcelona findet und unter dem Namen
Älbardine exportirt wird. Die langen, ebenfalls cylindrisch gerollten
Blätter sind dem echten Esparto zum Verwechseln ähnlich und nur in
der Art und Weise, wie sie aus dem Wurzelstock hervortreten, zeigen
sie eine merkliche Verschiedenheit. Das Albardine in Masse ist jedoch
leichter vom Esparto zu unterscheiden, da es zum grossen Theil aus
den ganzen Schösslingen, welche Blätter und gegliederte Fruchthalme
enthalten, besteht. Wohl aus diesem letzteren Grunde wird dem Al
bardine ein viel geringerer Werth beigelegt, was wohl auch die Ur
sache sein mag, dass dieser Artikel in den letzten Jahren aus dem
englischen Handel fast gänzlich verschwunden ist.
Ausser den schon im Eingang angeführten vielfachen Nutzanwen
dungen, welche das Esparto im Heimathlande findet, wird dasselbe seit
einiger Zeit in Spanien auch als Ersatzmittel für Rosshaar gebraucht
und für diesen Zweck auf einfache Weise zerfasert und gekräuselt.
Als Papiermaterial trat das Esparto erst im Anfang der fünfziger