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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 21

Pflanzenfaser. 105 
wahrscheinlich erschien, wurde eine Analyse ausgeführt und folgendes 
Resultat erhalten: 
Asche 4'96 
Wasser 10‘15 
Wasserextract 9'56 
Fett und Wachs 1'22 
Cellulose 44'17 
Incrustirende Substanzen und pectoseartige 
Körper aus dem Verluste bestimmt . . . 34'90 
Schon vor längerer Zeit, doch wie es scheint ohne Erfolg, wurde 
von C. Schinz 1 ) die besonders an der unteren Donau in unerschöpf 
lichen Mengen vorkommenden Typlia antjustifolia und T. latifolia als 
Papiermaterial vorgeschlagen, und in neuerer Zeit versuchsweise von 
Aegypten nach Schottland eingeführt 2 ). 
Neuerdings hat Dr. Hoskins die auf den Canalinseln Guernsey 
und Jersey häufige Cyprus longus auf Papier verarbeitet, doch scheint 
dasselbe, nach den vorliegenden Proben zu schliessen, nur einen sehr 
untergeordneten Stoff zu liefern. 
Ebenso wurden mehrere Juncusarten 8 ) empfohlen, und vor einiger 
Zeit die in Californien in grossen Mengen wild wachsende Scirpus 
lacustris von G. Swift als ein vortreffliches Papier material in Vorschlag 
gebracht, und die Verwerthung dieses Materials für diesen Zweck in 
Amerika und England patentirt. 
Blätter von Cliamaerops sp. und anderen Palmenarten. 
Die Blätter der Zwergpalme, Chamaerops htmilis, welche beson 
ders im südlichen Spanien und an der Nordküste von Afrika in grosser 
Menge vorkommt und hier den Boden stellenweise förmlich überdeckt, 
liefern ein Rohmaterial, welches, wenn leichter zugänglich, für die Pa 
pierfabrikation von Wichtigkeit werden würde. Die ausserordentlich 
zähen Blätter, welche ebenso wie das Esparto zu Flechtwerken etc. 
benutzt werden, enthalten eine sehr starke Faser in beträchtlicher 
Menge und lassen sich ebenso wie das Esparto auf Papierfaser ver 
arbeiten. Das in diesen Palmenblättern in etwas grösserer Quantität 
auftretende Parenchymgewebe lässt sich nach dem Kochen desselben 
mit Natronlauge durch geeignete Siebvorrichtungen von den langen 
Fihrovasalsträngen trennen und so die Qualität des Papierstoffes wesent 
lich verbessern. 
') Sc hinz, Dingt pol. J. CLXIX, 312. 2) Nature 1875, 427. 3 ) Wagn. 
Jahresber. 1856, 203.
	        
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