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Gruppe III. Chemische Industrie.
In Birma wird ebenfalls das meiste Papier ans Bastrinden bereitet
und zwar aus „Ma-hlin“, „Nyoung“, „Myin-wha“ und „Ongnai“. Die
erstere ist wahrscheinlich JBroussonetia papyrifera, eine andere ist eine
Sterculiaspecies, die übrigen sind nicht botanisch identilicirt.
In Indien endlich bedient man sich zur Erzeugung des Papieres
in den verschiedenen Districten der am meisten zugänglichen und
geeigneten Pflanzenfasern, von welchen in Indien eine überaus grosse
Anzahl producirt werden.
Von den eigentlichen Bastrinden werden im Nordosten die oben
schon genanntenDaphneen von Nepal und Bhotan, und im südlichen
Indien und Ceylon die Rinde von Lasiosiphon ericocephalus (Decaisne)
verwendet, während im übfigen Indien neben einer geringen Menge
Bambus hauptsächlich die eigentlichen Pflanzenfasern zur Anwendung
kommen, von welchen besonders folgende angeführt werden: Jute, Ra
mie oder Rhea, Sunn, Gambohanf, Safet oder Bariala (Sida rhom-
boida), Chikan oder Kadia (Sida retusa), Yercum (Galotropis gigantea),
Aloe, Agave, Ananas, Bun Okra (Urena lobota), Lo-Ma, Canna Indica,
Pandanus u. a.
Adansoniahast.
Dieses ist bis jetzt die einzige Bastrinde, welche als solche in der
europäischen Papierfabrikation Verwendung findet, und obgleich nicht
in grossen Massen, wurde dieselbe während der letzten zehn Jahre
ziemlich regelmässig aus Angola in England eingeführt und hier ver
arbeitet. Die Einführung dieses Artikels verdankt man den persönlichen
Bemühungen von Joachim J. Monteiro, welcher während eines Auf
enthalts in Angola mit demselben bekannt wurde und sich damit befasste,
die Gewinmmg und den Export desselben zu organisiren !).
Der Baobab oder Affenbrodbaum (Adansonia digitata), welcher
diesen Bast liefert, ist ein in der heissen Zone Afrikas sehr verbrei
teter und seiner riesenhaften Grösse wegen wohlbekannter Baum, wel
cher der Früchte und eben dieser Bastrinde halber in viele andere
tropische Länder verpflanzt wurde. Die Stämme jüngerer Bäume haben
circa einen Meter im Durchmesser, ältere Bäume erreichen aber nicht
selten einen Umfang von 20 bis 30 m.
Unter einer äusseren, etwa 2 bis 3cm dicken Rinde liegt die
Bastschicht, welche in diesem Falle, der Grösse des Baumes entsprechend,
eine ausserordentliche Dicke zeigt.
Um den Bast zu gewinnen, wird an den unversehrten und ast
losen Theilen des Stammes zuerst die äussere Rinde entfernt und dann
die Bastschicht in breiten Streifen abgelöst. Diese sehr saftreichen
*) Joachim J. Jtonteiro, Angola and the Eiver Congo. London 1875.