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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 21

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Gruppe III. Chemische Industrie. 
Diese Aufgabe wurde in der That schon vor längerer Zeit prak 
tisch gelöst, allein die allgemeine Einführung dieser chemischen Dar 
stellungsweise verbreitete sich viel langsamer, als es die Wichtigkeit 
des Gegenstandes hätte erwarten lassen. Es ist dieses einestheils den 
nicht unbedeutenden praktischen Schwierigkeiten, anderentheils dem 
Umstande zuzuschreiben, dass die Menge der incrustirenden Substanzen 
und der Intercellularsubstanz in den gewöhnlichen Holzarten nahe die 
Hälfe der trocknen Holzmasse ausmacht und durch die nothwendige, 
fast gänzliche Entfernung derselben die Ausbeute eine verhältniss- 
mässig geringe wird. 
Wie in allen ähnlichen Fällen finden wir auch hier in der Ge 
schichte der unverwertheten Erfindungen schon frühzeitig Methoden 
angeführt für die Erzeugung von Holzstoff auf chemischem Wege, doch 
würde es zu weit führen, dieselben hier zu besprechen oder auseinander 
zusetzen, warum dieselben eine Anwendung in der Praxis nicht gefun 
den haben. 
Es sollen daher hier zunächst nur diejenigen Methoden besprochen 
werden, welche wirklich eine technische Verwerthung gefunden haben 
oder eine solche in Aussicht stellen. 
Im Jahre 1853 nahmen Charles Watt und Ilugh Burgess ein 
Patent in England und im folgenden Jahr in Amerika für die Darstel- 
lung von Holzstoff auf chemischem Wege, welche kurz nachher zu Royers 
Ford in Pennsylvanien im Grosen ausgeführt wurde und mit den da 
selbst gemachten Verbesserungen die Grundlage für diesen neuen In 
dustriezweig bildet. 
Im Jahre 1857 nahm F. B. Houghton nach seiner Rückkehr von 
Amerika, wo er in der Ausarbeitung des obigen Processes mitgewirkt 
zu haben scheint, sein Patent für England und 1858 erhielten Watt 
und Burgess ein zweites Patent für Amerika, welches als eine Ver 
besserung oder Vervollständigung des ersten Patentes von 1854 an des 
sen Stelle Gültigkeit erhielt. 
Diese Patente von Watt und Burgess und von Houghton sind 
sich in vielen Punkten ähnlich und beruhen beide auf der Behandlung 
von Holzspähnen mit heisser Natronlauge unter erhöhetem Druck. 
Das verbesserte Verfahren von Watt und Burgess, wie dasselbe 
nun schon während einer Reihe von Jahren in den Fabriken von Roy ers 
Ford und seit 1865 zuManayunk am Schuylkill river bei Philadelphia, 
beide im Besitz der American Woodpaper Company, ausgeführt wird, 
ist folgendes : 
Auf einer besonders kräftig gebauten Maschine, welche einen Cir- 
x ) Nach brieflicher Mattheilung von Hugh Burgess, Director der Fabrik 
zu Eoj ers Ford. Auch ausführlich in Carl Hof mann, Treatise on the 
Manufacture of Paper. Philadelphia.
	        
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