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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 21

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Pflanzenfaser. 
ein Drittel der Capaoität des ersteren und mit diesem durch kurze weite 
Röhren verbunden, aufsitzt. Das eine Ende des unteren Kessels besteht 
aus einer convexen Platte mit genau abgedrehtem breiten Rand, welcher 
abgenommen werden kann, um den Apparat mit Holz zu füllen. Der 
Verschluss wird mit Schrauben und durch Bleidichtung hergestellt. Die 
Holzspähnewerden ganz in derselben Weise L erzeugt, wie bei dem vorher 
gehenden Verfahren angegeben wurde, und in cylindrische den Kessel aus 
füllenden durchlöcherten eisernen Gehäusen oder Patronen, von welchen 
eine bestimmte Anzahl in den Kessel gehen, fest eingepackt auf zwei seit 
lich im Kessel angebrachten Schienen eingeführt. Nachdem der Kessel ge 
schlossen ist, wird die Lauge eingepumpt und der untere Kessel vollstän 
dig damit angefüllt. Der obere Kessel dient als Reservoir für den Dampf 
und zur Aufnahme der durch die Erhitzung sich ausdehnenden Lauge. 
Für die Erhitzung des Kessels hatte Houghton ganz besonders 
die Anwendung des Perkins’schen Systems empfohlen. 
Vergleicht man das Houghton’sche Verfahren mit den von Watt 
und Bur ge ss, so ist ersichtlich, dass dieses, obgleich im Princip das 
selbe, darauf ausgeht, die Wirkung einer viel geringeren Menge von 
Natron unter dreimal höherem Druck in Anwendung zu bringen. Es 
scheint, dass dieses dadurch veranlasst wurde, dass man von der Idee 
ausging, bei dem damals noch sehr niedrigen Preise des Nations in 
England auf die Wiedergewinnung desselben zu verzichten und daher 
die nöthige Quantität des Natrons auf ein Minimum zu reduciren. 
Dem Festhalten an dieser Idee ist es zuzuschreiben, dass viele 
Jahre vergingen, ehe dieses Verfahren zur praktischen Ausfühiung 
kam. Cylindrische Kessel von geeigneten Dimensionen zu construiren, 
welche einen derartigen Druck auszuhalten haben, war schon füi sich 
damals keine leichte Sache und ausserdem zeigte sich auch in der Folge, 
dass das Instandhalten der Perkins’schen Röhren grosse Schwierig 
keit hatte und die nöthigen Reparaturen zu häufigen Unterbrechungen 
Veranlassung gaben. 
Auf der Conemill bei Lydney in England, wo dieser Process vor 
9 Jahren zuerst ausgeführt wurde, hatte der untere Kessel oder Digestor 
eine Länge von 32 Fuss und einen Durchmesser von 3 Fuss 9 Zoll, 
gross genug um 30 Ctr. Holz und 1250 Gallonen Lauge aufzunehmen. 
Das Perkins’sehe Röhrensystem, welches zur Erhitzung diente, be 
stand aus etwa zolldicken besonders starken gezogenen eisernen Röhren, 
wie sie für diese und ähnliche Zwecke angefertigt werden. Von dem 
in einiger Entfernung stehenden Ofen kommend, mündeten zwei solcher 
Röhren unter der Mitte des Kessels ein und bedeckten, dicht an der 
i) W. Lee hat 1869 eine für diesen Zweck besonders construirte und 
vielfach verbesserte Holzschneidemaschine patentirt. Mech. Mag. 1871, 12, 
Polyt. Centralbl. 1872, 710. Wagn. Jahresber. 1872, 736.
	        
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