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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 21

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Gruppe III. Chemische Industrie. 
inneren Kesselwand liegend, hin- und herlaufend, die eine die vordere, 
.die andere die hintere untere Hälfte des Kessels, die Enden der Böhren 
mündeten an derselben Stelle aus', um das Wasser nach dem Ofen zu- 
rückzufuhren. Es bestand sonach der Erhitzungsapparat aus zwei 
endlosen geschlossenen Böhren, von welchen der grössere Theil im 
Kessel, der kleinere spiralförmig gewunden im Ofen lag. Die beiden Köh 
ren hatten eine Gesammtlänge von circa 600 Fuss und es wurde das 
Wasser in denselben auf einen Druck bis zu 600, ja sogar 800 Pfund 
erhitzt. 
Die Operation dauerte nach diesem Verfahren 7 bis 8 Stunden, 
und nach der Beendigung liess man durch allmäliges Oeffnen des Ven- 
’ tils den Dampf aus dem oberen Kessel entweichen, und schliesslich die 
Lauge in eine Cisterne abfliessen. Das angeschraubte Ende des Kes 
sels wurde nun abgenommen, die Gehäuse herausgezogen, der darin 
enthaltene Holzstoff entleert und in der Waschmaschine rein gewaschen. 
Das nach dieser Methode mit Natronlauge behandelte Holz ist in 
eine weiche Masse verwandelt, welche in dem Zustand, wie sie aus dem 
Kessel kommt, zum Theil noch die Form der Holzspähne zeigt, aber 
im Wasser sich leicht zu einen homogenen Papierprei von hellbraungelber 
Farbe zerrühren lässt. Ein eigentliches Mahlen im Holländer erfordert 
auch dieser Holzstoff nicht, und lässt sich das Bleichen ohne Schwie 
rigkeit in der üblichen Weise ausführen. 
Die in neuerer Zeit an anderen Orten, in England und besonders 
in Schweden, durch den Ingenieur W. Lee ausgeführten Apparate die 
ser Art wurden auf directe Feuerung eingerichtet. 
Man will die Beobachtung gemacht haben, dass es sich in den 
horizontalen Kesseln zuweilen ereignet, dass die Aufschliessung des Hol 
zes an Stellen unvollständig bleibt, was sich besonders durch das Auf 
treten noch harter und tiefbraun fast schwarz gefärbter Holztheile be- 
merklich macht. Es ist leicht einzusehen, dass in solchen Fällen der 
resultirende Holzstoff für bessere Zwecke ganz unbrauchbar wird. Man 
hat diesen Uebelstand der mangelhaften Circulation der Lauge zuge 
schrieben. 
Um diesem Uebelstand zu begegnen hat G. Sinclair 1 ) einen ver- 
ticalen Apparat patentirt, welcher aber im Wesentlichen dieselbe Con- 
struction hat wie jene, welche in Boyers Ford und Manayunk schon 
seit längerer Zeit in Gebrauch sind. Es wurde eine ziemliche Anzahl 
solcher Sinclair’schen Apparate in England in Betrieb gesetzt, und 
es sollen dieselben ganz befriedigende Kesultate liefern. 
Diese aufrechtstehenden Kessel enthalten im Inneren, ganz ebenso 
wie die beschriebenen amerikanischen, ein durchlöchertes Gehäuse, 
welches, an der inneren Wand des Kessels befestigt, ringsum einen 
J ) Engl. Patent 1869, 3193.
	        
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