Pflanzenfaser.
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amerikanischen Holzarten auf experimentellem Wege mit Nachahmung
des Watt & Burgess’schen Processes auf die Ausbeute an Papierfaser
untersucht und folgende Resultate erhalten:
Hemlock-Kiefer . . 45'0 Tanne .... 32'
Wallnuss .... 42' Mahagoni ... 29'
Birke 40' Kastanie .... 25'1
Tulpenbaum ... 37' Zuckerahorn* . . 21'2
„ „ frisch . 30‘ Eiche 20'6
Gelbe Kiefer . . . 36'5 , Esche 20'6
Buchsbaum . . . 33'6 Guajac .... 15'8
Weisse Kiefer . . 33'2 Ebenholz . . . 14'5
Vergleicht man die Resultate dieser Versuche mit dem in der oben
angeführten Tabelle gegebenen Cellulosegehalte der betreffenden Holz
arten , so wird ersichtlich, dass bei der Behandlung des Holzes mit
Natronlauge unter erhöhter Temperatur und Druck ein verhältniss-
mässig grosser Theil der Cellulose gelöst wird und so verloren geht.
Die Industrie der Bereitung von Papierfaser aus Holz und ähn
lichen Materialien auf chemischem Wege ist noch zu neu, um über den
wirklichen Erfolg derselben ein sicheres Urtheil fällen zu können.
Wenn einerseits die Möglichkeit nachgewiesen ist, dass auf diesem Wege
ein in jeder Beziehung brauchbares Product erzeugt werden kann, so
ist doch andererseits nicht zu verkennen, dass die bis jetzt in Anwen
dung gekommenen Processe umständlich und schwierig in der Ausfüh
rung, auch in Betreff der Ausbeute noch Vieles zu wünschen übrig
lassen.
Vom theoretischen Standpunkte aus ist zu bedauern, dass jene
Methoden, welche auf der Anwendung von Oxydationsmitteln beruhen,
der grossen Kosten und des Zeitaufwandes halber vorläufig wenigstens
nicht rentabel gemacht werden können; denn es unterliegt keinem
Zweifel, dass der Process, welcher der quantitativen Bestimmung der
Cellulose zu Grunde liegt, wenn er im Grossen ausführbar wäre, so
wohl in Betreff der Quantität als der Qualität der resultirenden Faser
ein ungleich günstigeres Resultat liefern würde, als durch die. jetzt
übliche Behandlung mit Alkalilauge erreichbar ist.
Vielleicht dass die weitere Vervollkommnung des Deacon’sehen
Chlorprocesses es später möglich macht, die Wirkung des Chlors auch
in der angedeuteten Weise zu verwerthen.
Die Auszeichnungen für die verschiedenen in der Industrie ver-
wertheten Pflanzenfasern sind unter Gruppe V „Textil- und Beklei
dungs-Industrie“ und unter Gruppe XI „Papier-Industrie“ vermerkt.