Stärkemehl-Industrie. 1G9
lung und Behandlung mit schwacher Aetznatronlauge hat richtig aus
führen lernen.
Die Maisstärkefabrikation, welche begreiflich nur im süd
lichen Europa, wo Mais gebaut wird, eine lohnende ist, hat mit zwei
grossen Schwierigkeiten zu kämpfen, erstens mit dem hohen Fettgehalt
der Maiskörner, dann aber auch mit dem Umstande, dass die Cellulose-
bestandtheile der Körnerhülle nur sehr schwer von der Stärke getrennt
werden können.
Das Aufschliessen der Maiskörner erfolgt (einer dem Yerf. gemach
ten mündlichen Mittheilung Fesca’s zufolge) am besten durch Einlei
tung einer Selbstgährung, welche durch Einquellen des Mais mit Wasser
von 50° und öftere Erneuerung dieses Wassers bewirkt und unterhalten
wird. Hierdurch wird die Hülle der Körner so weit erweicht, dass nun
ein Zermalmen des Mais zwischen mehreren Walzenpaaren genügt, um
die Stärke desselben auswaschen zu können. Am leichtesten zu ver
arbeiten soll der virginische Mais sein, der auch das Hauptmaterial
für die Stärkefabrikation in Amerika ist.
Die erheblichsten Verbesserungen auf dem Gesammtgebiete der
Stärkefabrikation sind fast ausschliesslich mechanischer Natur und be
treffen, auf rasches Arbeiten und Arbeiterersparniss abzielend, haupt
sächlich die Einführung der Arbeit mit Centrifugen und ein rationelle
res Trockenverfahren für die gewonnene Stärke.
Die Centrifugalarbeit, welche zu Anfang der fünfziger Jahre in
Frankreich sowie auch in Deutschland Aufnahme fand, ist besonders
durch Einführung der von Fesca verbesserten Centrifugen dauernd
gefördert und befestigt worden. Entgegen den älteren französischen
Centrifugen, mit festen Lagern und Ingangsetzung von oben, construirte
Fesca oben freilaufende mit elastisch-beweglichen Lagern, und es hat
namentlich ein eigenthümlieher Apparat dieser Art unter dem Namen
„Stärke-Raffinir-Centrifuge“ eine grosse Verbreitung gefunden.
Diese Centrifuge gestattet die Verarbeitung der Stärke in Form einer
dicken Milch, bewirkt einen hohen Entwässerungseffect der Stärke und
zeichnet sich dadurch aus, dass sie aus der in Verarbeitung befindlichen
bereits sorgfältig gewaschenen Stärke immer noch ein gewisses Quan
tum dunkelgrauer „Schmutzstärke“ ausscheidet, welches bei anderen
Arbeitsmethoden in dem Fabrikate verblieben sein würde.
In neuerer Zeit hat Fesca seinen Centrifugen behufs gleichmässi-
geren Ganges noch einen Gleichgewichts - Regulator zugefügt, so dass
mit Hilfe dieser „Regulator-Centrifugen“ auch weniger flüssige
Producte, wie die compacte „grüne Stärke“, welche sich nur ungleich
förmig in die Centrifugen einfüllen lässt, geschleudert und entwässert
werden können.
Die Trocknung der gewonnenen Stärke, welche früher, sowie in
kleineren Fabriken noch jetzt, auf mit Leinewand bespannten Rahmen