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Gruppe III. Chemische Industrie.
lieber die Verunreinigung der Flüsse durch Industrie- und städti
sche Abfallstoffe und die Mittel dagegen veröffentlichte Ferd. Fischer 1 )
einen ausführlichen, an interessantem Material reichen Artikel, in wel
chem auch der Abwasser aus Stärkefabriken gedacht ist. Auch sei
noch auf ein in neuester Zeit erschienenes Buch desselben Verfassers 2 )
unter dem Titel: „Die Verwerthung der städtischen- und Industrie-
Abfallstoffe“, hier aufmerksam gemacht.
Gr. Bouchardat 3 ) untersuchte die in den sauren Waschwassern
der Stärkefabriken enthaltenen Alkohole.
Es bleibt nun noch übrig, der wichtigsten Verwendung des Stärke
mehls, nämlich der Verarbeitung desselben auf Stärke- oder Trauben
zucker und Stärkesyrup, zu gedenken. Diese Verarbeitung hat ebenfalls
ganz ausserordentlichen Aufschwung genommen in dem Maasse als der
Stärkezucker mehr und mehr zum Gallisiren und Petiotisiren der Weine,
bei der Bierfabrikation als Surrogat des Malzzuckers u. s. w. benutzt
worden ist. Wir müssen es uns versagen, auf die Fabrikation dieses
Zuckers hier näher einzugehen und können dies um so mehr, als eine
giosse Zahl der Verbesserungen in diesem Industriezweige, so nament-
ich die Koch- und Verdampfmethoden der Säfte, ihre Entfärbung durch
Knochenkohle, den in dem nachfolgenden Aufsatze beschriebenen Ver-
fahrungsweisen der Kübenzuckerfabriken entlehnt ist. Hier genügt es,
die wichtigste Literatur, so weit sie die neueren Vorschriften zur tech
nischen Darstellung des Traubenzuckers im Grossen betrifft, namhaft
zu machen.
Fi. Anthon 4 ) beschrieb eine Methode zur Darstellung von reinem
krystallinisehen Stärkezucker.
A. Maubre ■’) liess sich ein Verfahren der Fabrikation von Stärke
zucker durch Erhitzen von Stärke mit verdünnter Schwefelsäure unter
hohem Drucke (6 Atmosphären) patentiren. Andere mehr oder weni-
gei neue und eigenthümliche Verfahren wurden Margueritte 6 ) für
Frankreich und E. Gibou, L. Dusart und C. Bardy 7 ) für England
patentirt.
Eine sehr ausführliche Schilderung der Fabrikation von Stärke-
syrup, Stärkezucker und Biercouleur ist von C. Krötke 8 ) veröffent-
,«,A^ iSCll l r ^ Dillgl ‘ P0L CCXI > 20 °; Zeitsehr. f. Bübenzuckerindustrie
1874, oGO. <0 Derselbe, Leipzig 1875 bei Quandt & Händel. 3) Bou
LXXVm > 1145 - 4 ) Anthon, Dingl. pol. J
„ f® 6 ’ P ° 1- Centralbl - 1863 > 1181 i Lot Notizbl. 1863, 154: Chem
Centralbl. 1864, 144. 5) Maubrd, Dingl. pol. J. CLXXV, 309; Pol
Centralbl. 1865, 544; Po). Notizbl. 1865, 327; Chem. Centralbl. 1865, 720
Zeitschr. f. Bubenzuckerindustrie 1865, 115. 6 ) Margueritte, Ber. chem
HeS; 1873, 89 ) Gibou, Dusart, Bardy, Ebendaselbst, 1873, 205
) Krotke, Vierteljahrssclir. f. teehn. Cliem. 1870, 449; Ding], pol. J. CO
139; CCIV, 243; Pol. Centralbl. 1870, 1689; 1872, 881; Pol. Notizbl. 1871,’
81; Cliem. Centralbl. 1871, 183.