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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 21

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Gruppe III. Chemische Industrie. 
lieber die Verunreinigung der Flüsse durch Industrie- und städti 
sche Abfallstoffe und die Mittel dagegen veröffentlichte Ferd. Fischer 1 ) 
einen ausführlichen, an interessantem Material reichen Artikel, in wel 
chem auch der Abwasser aus Stärkefabriken gedacht ist. Auch sei 
noch auf ein in neuester Zeit erschienenes Buch desselben Verfassers 2 ) 
unter dem Titel: „Die Verwerthung der städtischen- und Industrie- 
Abfallstoffe“, hier aufmerksam gemacht. 
Gr. Bouchardat 3 ) untersuchte die in den sauren Waschwassern 
der Stärkefabriken enthaltenen Alkohole. 
Es bleibt nun noch übrig, der wichtigsten Verwendung des Stärke 
mehls, nämlich der Verarbeitung desselben auf Stärke- oder Trauben 
zucker und Stärkesyrup, zu gedenken. Diese Verarbeitung hat ebenfalls 
ganz ausserordentlichen Aufschwung genommen in dem Maasse als der 
Stärkezucker mehr und mehr zum Gallisiren und Petiotisiren der Weine, 
bei der Bierfabrikation als Surrogat des Malzzuckers u. s. w. benutzt 
worden ist. Wir müssen es uns versagen, auf die Fabrikation dieses 
Zuckers hier näher einzugehen und können dies um so mehr, als eine 
giosse Zahl der Verbesserungen in diesem Industriezweige, so nament- 
ich die Koch- und Verdampfmethoden der Säfte, ihre Entfärbung durch 
Knochenkohle, den in dem nachfolgenden Aufsatze beschriebenen Ver- 
fahrungsweisen der Kübenzuckerfabriken entlehnt ist. Hier genügt es, 
die wichtigste Literatur, so weit sie die neueren Vorschriften zur tech 
nischen Darstellung des Traubenzuckers im Grossen betrifft, namhaft 
zu machen. 
Fi. Anthon 4 ) beschrieb eine Methode zur Darstellung von reinem 
krystallinisehen Stärkezucker. 
A. Maubre ■’) liess sich ein Verfahren der Fabrikation von Stärke 
zucker durch Erhitzen von Stärke mit verdünnter Schwefelsäure unter 
hohem Drucke (6 Atmosphären) patentiren. Andere mehr oder weni- 
gei neue und eigenthümliche Verfahren wurden Margueritte 6 ) für 
Frankreich und E. Gibou, L. Dusart und C. Bardy 7 ) für England 
patentirt. 
Eine sehr ausführliche Schilderung der Fabrikation von Stärke- 
syrup, Stärkezucker und Biercouleur ist von C. Krötke 8 ) veröffent- 
,«,A^ iSCll l r ^ Dillgl ‘ P0L CCXI > 20 °; Zeitsehr. f. Bübenzuckerindustrie 
1874, oGO. <0 Derselbe, Leipzig 1875 bei Quandt & Händel. 3) Bou 
LXXVm > 1145 - 4 ) Anthon, Dingl. pol. J 
„ f® 6 ’ P ° 1- Centralbl - 1863 > 1181 i Lot Notizbl. 1863, 154: Chem 
Centralbl. 1864, 144. 5) Maubrd, Dingl. pol. J. CLXXV, 309; Pol 
Centralbl. 1865, 544; Po). Notizbl. 1865, 327; Chem. Centralbl. 1865, 720 
Zeitschr. f. Bubenzuckerindustrie 1865, 115. 6 ) Margueritte, Ber. chem 
HeS; 1873, 89 ) Gibou, Dusart, Bardy, Ebendaselbst, 1873, 205 
) Krotke, Vierteljahrssclir. f. teehn. Cliem. 1870, 449; Ding], pol. J. CO 
139; CCIV, 243; Pol. Centralbl. 1870, 1689; 1872, 881; Pol. Notizbl. 1871,’ 
81; Cliem. Centralbl. 1871, 183.
	        
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