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MAK

Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 21

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Gruppe  III.  Chemische  Industrie.
Hand  in  Hand  mit  diesen  Bestrebungen  gehen  die  Forschungen
über  zweckmässigste  Düngung  und  Bodenbearbeitung,  welche  einen
sehr  erheblichen  Einfluss  auf  die  Ernteresultate  ausüben.  Ist  es  auch
noch  nicht  gelungen,  in  dieser  Beziehung  allgemein  gültige  Gesetze
aufzustellen,  so  ist  doch  an  der  Erweiterung  unserer  Kenntnisse  so
viel  und  von  so  Vielen  gearbeitet  worden,  dass  dadurch  eine  immer
klarere  Erkenntniss  der  Vorgänge  und  Einflüsse  angebahnt  wurde.
Die  Bemühungen,  durch  Cultur  der  Büben  in  künstlichen  Nährflüssigkeiten ­
  die  Lebensbedingungen  dieser  Pflanze  in  ähnlicher  Weise  zu
erforschen,  wie  dies  bei  anderen  gelungen  ist,  haben  zu  erfolgreichen
Resultaten  noch  nicht  geführt,  weil  diese  Cultur  ganz  aussergewöhnliche
  Schwierigkeiten  bietet.  Indem  wir  es  uns  leider  versagen  müssen,
dieses  umfangreiche  Thema  erschöpfend  zu  behandeln,  wollen  wir  nur
erwähnen,  dass  die  Nothwendigkeit  der  Zufuhr  der  bekannten  Pflanzennährstoffe ­
  zwar,  wie  nicht  anders  zu  erwarten,  aus  allen  Untersuchungen ­
  hervorgeht,  dass  aber  die  Form,  in  welcher  die  Zufuhr  zu
leisten,  und  die  Art,  wie  diese  Zufuhr  bei  der  grossen  Cultur  zu  bewirken ­
  ist,  noch  nicht  endgültig  hat  festgestellt  werden  können.
Das  Kali  steht  als  Düngemittel  für  Zuckerrüben  begreiflich  obenan,
da  diese  Planze  dein  Boden  erhebliche  Mengen  des  genannten  Alkalis
entnimmt,  welches  meist  in  der  Form  von  Melasse  oder  Schlempekohle
verwerthet  wird,  statt  dem  Acker  zurückgegeben  zu  werden.  Das  dem
Boden  Entnommene  muss  daher  aus  anderen  Quellen  Ersatz  finden  und
es  durfte  die  Entdeckung  der  Stassfurter  Kalisalzlager,  welche  diesen  Ersatz ­
  in  billiger  Weise  ermöglichen,  um  so  mehr  als  ein  glückliches  Ereigniss ­
  für  den  Zuckerrübenbau  bezeichnet  werden,  als  die  von  Liebig
mit  prophetischem  Blick  vorausgesehenen  „Erscheinungen  der
Bo  denausraubung“  sich  bereits  hier  und  dort  in  bedenklicherWeise
zu  zeigen  anfingen.  Dr.  A.  Frank  in  Stassfurt  hat  das  Verdienst,
zuerst  auf  die.  Stassfurter  Hilfsquellen  aufmerksam  gemacht  und  die
Nothwendigkeit  des  Kali-Ersatzes  beim  Rübenbau  in  Erinnerung  gebracht
zu  haben;  wir  verweisen  in  dieser  Beziehung  auf  dessen  Aufsatz  über
Kalidüngmittel  (vergl.  I.  S.  384  dieses  Berichtes).
Ausser  den  Bestrebungen  Fr  an  k’s,  welche  auf  eine  zweckmässige
Anwendung  der  Kalidüngung  gerichtet  waren,  sind  hier  als  besonders  hervorragend ­
  noch  die  Vegetationsversuche  vonLiebig,  Nägeli  undZöller,
  worüber  letzterer  berichtete 1 ),  sowie  die  von  Stohmann  2 )  und  die
von  Kohlrausch  und  Petermann 3 )  zu  nennen,  welche  alle  die  Erkenntniss ­
  des  Einflusses  verschiedener  Düngemittel,  namentlich  der
kalihaltigen  beim  Rübenbau,  wesentlich  gefördert  haben.  Dagegen
haben  die  zahlreichen,  vor  einigen  Jahren  noch  in  grosser  Gunst  ste-*)
  Zoller,  Journ.  f.  Landwirthsch.  1866,  80  und  469;  Zeitschrift  1866,
503;  1867,  229.  3 )  Stohmann,  Zeitschrift  1869,  273.  3 )  Kohlrausch
n.  Petermann,  Oekon.  Fortschr.  1870,  No.  37  bis  40;  Zeitschrift  1872,  371.
            
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