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Gruppe III. Chemische Industrie.
Hand in Hand mit diesen Bestrebungen gehen die Forschungen
über zweckmässigste Düngung und Bodenbearbeitung, welche einen
sehr erheblichen Einfluss auf die Ernteresultate ausüben. Ist es auch
noch nicht gelungen, in dieser Beziehung allgemein gültige Gesetze
aufzustellen, so ist doch an der Erweiterung unserer Kenntnisse so
viel und von so Vielen gearbeitet worden, dass dadurch eine immer
klarere Erkenntniss der Vorgänge und Einflüsse angebahnt wurde.
Die Bemühungen, durch Cultur der Büben in künstlichen Nährflüssigkeiten
die Lebensbedingungen dieser Pflanze in ähnlicher Weise zu
erforschen, wie dies bei anderen gelungen ist, haben zu erfolgreichen
Resultaten noch nicht geführt, weil diese Cultur ganz aussergewöhnliche
Schwierigkeiten bietet. Indem wir es uns leider versagen müssen,
dieses umfangreiche Thema erschöpfend zu behandeln, wollen wir nur
erwähnen, dass die Nothwendigkeit der Zufuhr der bekannten Pflanzennährstoffe
zwar, wie nicht anders zu erwarten, aus allen Untersuchungen
hervorgeht, dass aber die Form, in welcher die Zufuhr zu
leisten, und die Art, wie diese Zufuhr bei der grossen Cultur zu bewirken
ist, noch nicht endgültig hat festgestellt werden können.
Das Kali steht als Düngemittel für Zuckerrüben begreiflich obenan,
da diese Planze dein Boden erhebliche Mengen des genannten Alkalis
entnimmt, welches meist in der Form von Melasse oder Schlempekohle
verwerthet wird, statt dem Acker zurückgegeben zu werden. Das dem
Boden Entnommene muss daher aus anderen Quellen Ersatz finden und
es durfte die Entdeckung der Stassfurter Kalisalzlager, welche diesen Ersatz
in billiger Weise ermöglichen, um so mehr als ein glückliches Ereigniss
für den Zuckerrübenbau bezeichnet werden, als die von Liebig
mit prophetischem Blick vorausgesehenen „Erscheinungen der
Bo denausraubung“ sich bereits hier und dort in bedenklicherWeise
zu zeigen anfingen. Dr. A. Frank in Stassfurt hat das Verdienst,
zuerst auf die. Stassfurter Hilfsquellen aufmerksam gemacht und die
Nothwendigkeit des Kali-Ersatzes beim Rübenbau in Erinnerung gebracht
zu haben; wir verweisen in dieser Beziehung auf dessen Aufsatz über
Kalidüngmittel (vergl. I. S. 384 dieses Berichtes).
Ausser den Bestrebungen Fr an k’s, welche auf eine zweckmässige
Anwendung der Kalidüngung gerichtet waren, sind hier als besonders hervorragend
noch die Vegetationsversuche vonLiebig, Nägeli undZöller,
worüber letzterer berichtete 1 ), sowie die von Stohmann 2 ) und die
von Kohlrausch und Petermann 3 ) zu nennen, welche alle die Erkenntniss
des Einflusses verschiedener Düngemittel, namentlich der
kalihaltigen beim Rübenbau, wesentlich gefördert haben. Dagegen
haben die zahlreichen, vor einigen Jahren noch in grosser Gunst ste-*)
Zoller, Journ. f. Landwirthsch. 1866, 80 und 469; Zeitschrift 1866,
503; 1867, 229. 3 ) Stohmann, Zeitschrift 1869, 273. 3 ) Kohlrausch
n. Petermann, Oekon. Fortschr. 1870, No. 37 bis 40; Zeitschrift 1872, 371.