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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 21

Riibenzuckerfabrikation. 
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geblieben und dürfte auch für kleinere Fabriken und für Rübenbrenne 
reien sehr gute Dienste leisten. Nach Beendigung der Entfaserung 
verbleiben in den Cylindern der Diffusionsbatterie Schnitzel, in welchen 
der ursprüngliche Saft durch Wasser (oder äusserst verdünnten Saft) 
ersetzt ist. Ihr Zuckergehalt beträgt durchschnittlich einige Zehntel 
Procent vom Gewicht der Schnitzel. Bei keinem Saftgewinnungs 
verfahren hat man die zu erreichende Arbeitsgrenze so in der Hand, 
wie bei der Diffusion, hei keinem aber ist die wiederholte, häufige und 
genaue Untersuchung der Rückstände auf ihren Zuckergehalt so unbe 
dingt nothwendig. Die ausgelaugten Schnitzel haben einen hohen 
Werth als Viehfutter; von den vorliegenden zahlreichen Analysen seien 
hier nur die neueren Untersuchungen über die näheren Bestandtheile 
der Schnitzel und die Veränderung derselben beim Auf bewahren er 
wähnt, welche Maercker *) veröffentlichte. Eine genaue und seitdem 
meist angewandte Methode der Zuckerbestimmung in den Schnitzeln 
veröffentlichte der Verfasser 2 ). 
Schon in der ersten Zeit der Einführung des Diffusionsverfahrens 
hat man sich bemüht, die so sehr wasserreichen Rückstände durch Aus 
pressen auf geringeres Volumen und Gewicht zurückzuführen, um 
Transport und Einmietung zu erleichtern. Nach mancherlei Versuchen 
fand die Schöttler’sche Presse günstige Aufnahme und vielfache An 
wendung, da sie den Anforderungen zum Theil entsprach. Sie ist 
aber in den letzten Jahren vollständig durch die Klusemann’sche 
Presse verdrängt worden, welche alles leistet, was man für den Zweck 
verlangen kann. Sie drückt die Schnitzel durch einen sich verengern 
den Raum, der an einer Seite eine durchlöcherte Wandung hat, 
wodurch der Saft abfliesst. Die Arbeit ist eine ununterbrochene. 
Man kann je nach der Stellung der Presse die Schnitzel auf die Hälfte 
ihres Gewichtes oder auf etwas mehr oder weniger abpressen. 
Endlich haben wir noch des Walkhoff’schen Verfahrens Er 
wähnung zu thun, welches von Bobrinsky 3 ) beschrieben wurde; da 
dasselbe aber bisher fast allein nur in Russland und Polen zur Anwen 
dung gelangte, während es in Deutschland dem Diffusionsverfahren 
gegenüber keine Ausbreitung fand, so können wir von einer eingehen 
deren Besprechung hier absehen. 
Zur Beurtheilung der durch die verschiedenen Verfahren erzielten 
Saftausbeuten ist eine genaue Bestimmung des im Safte erzielten Zuckers 
in Vergleich mit dem in den Rüben in Arbeit genommenen nothwendig. 
Am sichersten wird dies durch häufige und genaue Untersuchungen der 
Rückstände erreicht und so der Verlust bei der Saftgewinnung festge 
stellt. Im weiteren Verlauf der Fabrikation finden noch weitere Saft- 
i)Maercker, J.f. Landw. 1871, Heft3; Zeitsobr. 1871, 621. 2 )Scheib- 
ler, Zeitsclir. 1869, 831. 3 ) Bobrinsky, Zeitschr. 1864, 521.
	        
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