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Gruppe III. Chemische Industrie.
oder Zuokerverluste statt, welche sich schliesslich als eine nicht unbe
deutende Zahl in dem gewonnenen Zucker gegenüber dem als Rüben
in die Fabrik eingeführten, darstellen. Diesen Verlust möglichst zu
vermeiden ist das natürliche Bestreben jedes Fabrikanten, und dazu ist
zunächst die genaue Kenntniss der verschiedenen Theile, aus welchen
er sich zusammengesetzt, erforderlich.
Von verschiedenen Chemikern ist zu allen Zeiten auf diese Verluste
aufmerksam gemacht und schon 1861 eine umfangreiche Arbeit von
Frank *) ausgeführt worden; sie legt die Veränderungen, welche die
ursprüngliche Saftmenge in den einzelnen Stadien der Fabrikation er
leidet und somit durch Differenz die erlittenen Saftverluste dar. Stam-
mer j und nach ihm Teirich 3 ) Hessen es sich anlegen sein, die Ver
luste im Einzelnen durch directe Bestimmungen zu verfolgen. Seitdem
ist das Studium der Fabrikationsverlnste ein wohlgepflegtes geworden
und bildet eine besondere Rubrik bei allen Arbeiten über die Fabrika
tion *). Die Methoden sind zum Theil neu aufgestellt, zum Theil man
nigfach verbessert worden, und es haben sich namentlich die Genannten
sowie der Verfasser und Andere bemüht, sie von den naheliegenden
Fehlerquellen zu befreien und den aus den analytischen Zahlen zu zie
henden Schlüssen eine richtige Deutung zu sichern. Es sei dies hier
erwähnt, obwohl viele solche Bestimmungen sich auf die noch zu be
sprechenden Theile der Fabrikation beziehen.
Die Reinigung des Rübensaftes, wie sie in der Fabrikation ge
bräuchlich ist, zerfällt in zwei Haupttheile:
1. Die Behandlung mit Kalk und Kohlensäure, oder die Schei
dung und die Saturation und
2. Die Behandlung mit Knochenkohle oder die Filtration.
Andere Mittel zur Erreichung des Zweckes — möglichste Aus
scheidung der den Zucker im Saft begleitenden Nichtzuckerstoffe —
sind zwar vielfach vorgeschlagen und auch zeitweise in grösserem oder
geringerem Umfange angewendet worden, haben aber aus verschiede
nen Gründen eine dauernde und allgemeine Einführung in die Fabri
kation nicht erlangt.
Die Scheidung und Saturation wurde früher allgemein und
wird auch jetzt noch in vielen Fabriken getrennt ausgeführt; dies ist
die ältere Verfahrungsweise, von welcher wir hier nur wenig zu spre
chen haben; dagegen sind in den letzten Jahren in sehr viele Fabri
ken die neueren Verfahrungsweisen eingeführt worden, bei welchen
J ) Frank, Zeitschr. d. Ver. deutscher Ingenieure VI, 2. u. I. Heft.
2 ) Stammer, Ding], pol. J. CLXX, 221; Zeitschr. 1863, 104. 3) Teirich,
Dingl. pol. J. CLXXI, 300. 4 ) Schlamm betreffend: Zeitschr. 1865, 233 u.
283; Dingl. pol. J. CLXXXII, 324; Zeitschr. 1868, 283; 1869, 148. — Filtra
tionbetreffend: Dingl. pol. J. OLXXXI, 147; Zeitschr. 1872, 175. — Saftgewin
nung betreffend: Zeitschr. 1867, 69; 1868,540; 1869,84,461; 1870, 301; 1872, 177.