Rübenzuckerfabrikation.
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nur die Phosphorsäure berufen bleibenden Fuss bei der Fabrikation zu
fassen, seitdem der Verfasser J ) die Wirkung und die Vorzüge derselben,
sowie auch ihre Darstellung im Grossen ausführlich beschrieben hat.
Der zweite Theil der Saftreinigung, die Filtration über Knochenkohle,
wird noch jetzt im Wesentlichen in derselben Weise betrieben
wie früher, dagegen hat die Behandlung der Knochenkohle behufs
ihrer Wiederbenutzung namhafte Verbesserungen erfahren. Die Behandlung
der Säfte mit Knochenkohle ist einer der kostspieligsten Theile
der Zuckerfabrikation und es ist daher sehr natürlich, dass das Bestreben
fast unausgesetzt dahin gerichtet ist, dieselbe einzuschränken oder
ganz durch eine andere Behandlung zu ersetzen. Man hat dabei zu
beachten, dass die Filtration wesentlich in zwei Perioden stattfindet.
Zunächst wird nämlich der geschiedene und saturirte Saft als solcher
filtrirt und dann daraus in der Rohzuckerarbeit Rohzucker dargestellt.
Dann wird dieser aufgelöst, sei es in Wasser (Raffineriearbeit), sei es
in filtrirtem Saft (Melisarbeit), und daraus weisser Zucker in Broden
fabricirt, nachdem die Auflösung abermals einer sehr sorgfältigen Filtration
unterworfen worden ist.
Man beachte nun, dass diese zweite Periode, die man als Filtration
für die Raffinerie zusammenfassen kann, und die vorzugsweise, weil auf
weisse Waare berechnet, die Entfärbung bewirken soll, von jenen Bemühungen
unberührt geblieben ist, weil die Herstellung reinen weissen
Zuckers ohne starke Knochenkohleanwendung nicht ausführbar ist.
Nun hat man aber vielfach diese Entfärbung auch als den allgemeinen
Zweck der ersten, der Saft- oder Rohzuckerfiltration angesehen, und die
mancherlei Mittel, welche auf den Saft entfärbend wirken, an ihre Stelle
zu setzen versucht. Es ist aber die Entfärbung nur der sichtbare,
keineswegs der wichtigste Erfolg der Saftfiltration, welche vielmehr,
wenn sie in richtiger Verbindung mit der Kalkarbeit angewandt wird,
die Entfernung noch anderer Nichtzuckerstoffe als des Farbstoffes bewirkt.
Die neueren Scheidemethoden, indem sie die Möglichkeit boten,
durch starke Kalkanwendung helle, fast farblose Säfte zu erzielen, verleiteten
nun dazu, die Knochenkohle in geringerem Verhältnisse anzuwenden,
und so ist es geschehen, dass man zwar hellere, aber im
Uebrigen unreinere Producte dort erzielt hat, wo man diesem Streben
eine zu weitgehende Folge gegeben hat. Dies ist besonders in Frankreich
und theilweise in Belgien, überhaupt in denjenigen Ländern der
Fall, wo man die französische Arbeitsweise zum Muster genommen hat,
während man in Deutschland die reinigende Wirkung der Kohle für
wichtiger als die entfärbende erkannt und in grösserer Ausdehnung
beibehalten hat. Wie bereits gesagt ist die zweite Periode der Filtration
hiervon nicht beeinflusst worden, man kann im Gegentheil nur
J ) Scheibler, Zeitschr. 1873, 973.