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Gruppe III. Chemische Industrie.
sagen, dass die weniger gereinigten Rohmaterialien der Raffinationsarbeit
mehr Schwierigkeiten darbieten müssen. In Deutschland gehen
die beiden Fabrikationszweige vielfach in einander über; man stellt in
verschiedener Weise aus dem Saft Verbrauchszucker dar, ohne erst
Rohzucker als besondere Verkaufswaare fertig zu machen, und so ist
hier die erste Reinigung wichtiger als die blosse Entfärbung und die
mehr gemeinsamen Interessen der Raffinerie und Rohzuckerfabrikation
haben gegen diejenige Art zu arbeiten gewirkt, welche anderwärts die
Trennung dieser Interessen begünstigt hat.
So kommt es, dass man jetzt in der Rohzuckerfabrikation zwei
Arbeitsweisen unterscheiden kann, welche zwar mehrfach modificirt
in einander übergehen, aber doch in ziemlich deutlicher Weise in
den verschiedenen Fabriken erkannt werden können, und welche nicht
als Raffinerien zu betrachten sind: die eine, welche man die französische
nennen kann, legt den Schwerpunkt der Saftreinigung in die
Behandlung mit Kalk, und wendet von diesem verhältnissmässig grosse,
von Knochenkohle dagegen nur geringe Mengen an; die andere, die
deutsche Arbeitsweise, betrachtet die Filtration als die Hauptsache
und wendet daher geringere Mengen Kalk, aber möglichst grosse
Knochenkohlemengen, d. h. viele Filter an.
Es unterliegt keinem Zweifel, dass letztere Art zu arbeiten die
besseren Säfte liefert; welche Methode aber für die Rohzuckerfabrikation
die vortheilhaftere ist, dürfte noch nicht entschieden sein.
Mit der Wirkungsweise der Knochenkohle im Allgemeinen oder
in besonderen Beziehungen beschäftigten sich die Arbeiten von Rahe 1 ),
Anthon 2 ), Kunzeu. Reichardt 3 ), Bodenbender 4 ), Kohlrausch 5 ),
Schwarz 8 ) sowie auch die des Verfassers 7 ).
DieAbsüssung der Filter nach verschiedener Weise studirte Stammer
8 ), der auch die stattgefundene Absorption an Nichtzuckerstoffen
auf directem Wege bestimmte 9 ).
Die Anwendung der Knochenkohle von allgemeineren Gesichtspunkten,
namentlich in der Raffinerie, betrifft eine Arbeit von Wallace 10 ).
Von den zahlreichen Untersuchungen der Knochenkohle sind die
von H. Schulz 11 ), von Reichardt 12 ) und von Walz 13 ) anzuführen;
nach einer ganz speciellen Richtung hin prüfte auch Stamm er 14 ) dieb
Rahe, Zeitschr. 1863, 88. 2 ) Anthon, Dingl. pol. J. CLXXXIX,
72 u. 137. 3 ) Kunze u. Reichardt, Zeitschr. 1869, 772. 4 ) Bodenbender,
Zeitschr. 1870, 22. ®) Kohlrausch, Zeitschr. der österreichischen
Zuckerfabrikanten I, 410. 8 ) Schwarz, Dingl. pol. J. CCV, 430;
Zeitschr. 1873, 42. 7 ) Scheibler, Zeitschr. 1872, 101. 8 ) Stammer,
Dingl. pol. J. CLXXXI, 147. 9 ) Zeitschr. 1872, 914. 10 ) Wallace, Dingl.
pol. J. CCI, 159; Zeitschr. 1871, 349. n ) Schulz, Zeitschr. 1866, 707.
12 ) Reichardt, Zeitschr. 1869, 327. 13 ) Walz, Americ. Chem. 1871, 168;
Zeitschr. 1873, 767. 14 ) Stammer, Zeitschr. 1870, 332.