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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 21

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Gruppe III. Chemische Industrie. 
Muspratt-Stohmann’s technische Chemie, S ch wa rz wäll er’s 
Spiritusfabrikation verwiesen werden. (Vergl. auch den weiter folgen 
den Aufsatz über Bier von C. Lintner.) 
Aus eigener Erfahrung kann Referent anführen, dass nach der 
Attenuation zwar nicht vollkommen wissenschaftlich genaue, aber für 
die Praxis ausreichende Zahlen erhalten werden. 
Yon sonstigen Methoden der Alkoholbestimmung mögen hier 
ausserdem noch Erwähnung finden: das Destillationsverfahren; 
ein gewisses Volumen Maische (nicht unter x / 4 bis 1 /i Liter) wird de- 
stillirt und der Alkoholgehalt des Destillats aus dem Volumgewicht 
bestimmt (entweder mit dem Piknomoter, oder einer feinen Spindel, 
oder der ¥e s tp h al -Moh r’ sehen Wage). 
Methode von Silbermann. Dieselbe beruht darauf, dass Al 
kohol und Wasser sich beim Erwärmen verschieden ausdehnen, Alkohol 
vom Dichtigkeitsmaximum bis zum Siedepunkt 3y 2 Mal so stark wie 
Wasser. Das Silbermann’sche Instrument gleicht einem Dilatometer. 
Geissler’s Vaporimeter basirt auf der verschiedenen Tension von 
Wasser- und Alkoholdämpfen. 
Ebullioskopische Methoden. Dieselben beruhen auf der Eigen 
schaft der Mischungen von Alkohol und Wasser, bei um so niedrigeren 
Temperaturen zu sieden, je höher der Alkoholgehalt ist. 
Für die Verhältnisse der Praxis eignen sich nur die Attenuation 
und die Destillation zur Alkoholbestimmung, die übrigen Methoden 
erfordern eine sehr geübte Hand und genaue Instrumente. 
Operationen der Spiritusfabrikation. 
1. Verarbeitung von Kartoffeln. 
An Stelle des seit langen Jahren üblichen Verfahrens, nach welchem 
die Kartoffeln in einem Dampffass ohne Druck der Einwirkung der 
Wasserdämpfe ausgesetzt, sodann zwischen Quetschwalzen zerkleinert 
und in einem Vormaischbottich durch Zusatz von Malz verzuckert 
wurden, ist in den letzten Jahren mit grossem Erfolge ein vollkommen 
neues Prineip zur Darstellung der Maischen eingeführt worden — das 
Princip der Anwendung von gespannten Dämpfen. Das 
selbe ist in drei verschiedenen Richtungen durch Ho Ile fr e uii d, Bohm 
und Henze ausgebildet worden. 
Alle drei Verfahren streben eine Vereinfachung der Operationen 
des Brennereibetriebes, wie auch eine bessere Ausnutzung der Maisch 
materialien an. Wenn auch durch dieselben das Höchste noch nicht 
erreicht ist, so ist doch nicht zu leugnen, dass ihre Einführung als 
ein wesentlicher Fortschritt auf dem Gebiete der Spiritusfabrikation zu 
verzeichnen ist, und namentlich verdient das frische Streben und rege
	        
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