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Gruppe III. Chemische Industrie.
Muspratt-Stohmann’s technische Chemie, S ch wa rz wäll er’s
Spiritusfabrikation verwiesen werden. (Vergl. auch den weiter folgen
den Aufsatz über Bier von C. Lintner.)
Aus eigener Erfahrung kann Referent anführen, dass nach der
Attenuation zwar nicht vollkommen wissenschaftlich genaue, aber für
die Praxis ausreichende Zahlen erhalten werden.
Yon sonstigen Methoden der Alkoholbestimmung mögen hier
ausserdem noch Erwähnung finden: das Destillationsverfahren;
ein gewisses Volumen Maische (nicht unter x / 4 bis 1 /i Liter) wird de-
stillirt und der Alkoholgehalt des Destillats aus dem Volumgewicht
bestimmt (entweder mit dem Piknomoter, oder einer feinen Spindel,
oder der ¥e s tp h al -Moh r’ sehen Wage).
Methode von Silbermann. Dieselbe beruht darauf, dass Al
kohol und Wasser sich beim Erwärmen verschieden ausdehnen, Alkohol
vom Dichtigkeitsmaximum bis zum Siedepunkt 3y 2 Mal so stark wie
Wasser. Das Silbermann’sche Instrument gleicht einem Dilatometer.
Geissler’s Vaporimeter basirt auf der verschiedenen Tension von
Wasser- und Alkoholdämpfen.
Ebullioskopische Methoden. Dieselben beruhen auf der Eigen
schaft der Mischungen von Alkohol und Wasser, bei um so niedrigeren
Temperaturen zu sieden, je höher der Alkoholgehalt ist.
Für die Verhältnisse der Praxis eignen sich nur die Attenuation
und die Destillation zur Alkoholbestimmung, die übrigen Methoden
erfordern eine sehr geübte Hand und genaue Instrumente.
Operationen der Spiritusfabrikation.
1. Verarbeitung von Kartoffeln.
An Stelle des seit langen Jahren üblichen Verfahrens, nach welchem
die Kartoffeln in einem Dampffass ohne Druck der Einwirkung der
Wasserdämpfe ausgesetzt, sodann zwischen Quetschwalzen zerkleinert
und in einem Vormaischbottich durch Zusatz von Malz verzuckert
wurden, ist in den letzten Jahren mit grossem Erfolge ein vollkommen
neues Prineip zur Darstellung der Maischen eingeführt worden — das
Princip der Anwendung von gespannten Dämpfen. Das
selbe ist in drei verschiedenen Richtungen durch Ho Ile fr e uii d, Bohm
und Henze ausgebildet worden.
Alle drei Verfahren streben eine Vereinfachung der Operationen
des Brennereibetriebes, wie auch eine bessere Ausnutzung der Maisch
materialien an. Wenn auch durch dieselben das Höchste noch nicht
erreicht ist, so ist doch nicht zu leugnen, dass ihre Einführung als
ein wesentlicher Fortschritt auf dem Gebiete der Spiritusfabrikation zu
verzeichnen ist, und namentlich verdient das frische Streben und rege