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Gruppe III. Chemische Industrie.
die Verzuckerung, welche sich übrigens nach der Vorbereitung der
Kartoffeln durch die gespannten Dämpfe in unglaublich kurzer Zeit
vollzieht, zu bewirken.
Der weitere Verlauf der Operation mit dem Hollefreund’schen
Apparate gestaltet sich , nachdem die Maische entweder durch den als
Montejus wirkenden Hollefreund’schen Apparat selbst, oder durch
einen besondern Montejus, oder endlich durch eine Maischpumpe auf
die Kühlvorrichtung zur Abkühlung von Maischtemperatur auf Gähr-
temperatur geschafft ist, genau ebenso, wie bei dem alten Verfahren.
Der Bohm’sche Apparat gleicht demAeusseren nach dem Holle
freund’schen Apparat fast vollkommen und besteht demnach ebenfalls
aus einem kesselartigen Gefässe, in welchem das Dämpfen der Kar
toffeln bewirkt wird; der Eintritt des Dampfes geschieht, um denselben
mehr zu vertheilen, nicht allein von unten, sondern auch von den Seiten
des Apparates durch Ventile, welche etwa in halber Höhe der den Ap
parat erfüllenden Kartoffeln angebracht sind.
Abweichend von dem H o 11 efr eun d’sehen Apparate ist die Rühr-
und Kühlvorrichtung. Bohm’s Apparat arbeitet nämlich ohne
Luftpumpe und bewirkt die Abkühlung der siedend heissen Maische
durch eine Combination von Rühr- und Kühlvorrichtung.
Das Rührwerk des Bolim’sehen Apparates besteht zu diesem
Zwecke nicht aus Messern, wie dasjenige des Hollefreund’schen Ap
parates, sondern aus flachen cylindrischen 4 cm im Lichten hohen Ge-
fässen von Eisenblech, welche an ihren Flächen messerartige Vorsprünge
tragen, um die Kartoffeln durch die Umdrehungen des Rührwerkes zu
zerreiben oder, besser gesagt, zu zerschleifen.
Die Cylinder von Eisenblech sind auf einer hohlen Axe derart an
gebracht, dass das Kühlwasser durch die Cylinder passiren und durch
die ein Doppelrohr darstellende hohle Axe wieder austreten kann. Die
Kühlung wird bei dem Bo hm’sehen Apparate auch noch dadurch be
fördert, dass aus einem System von fein durchlöcherten Röhren von
aussen Wasser in feinen Strahlen auf den Apparat gespritzt wird.
Nach dem Abkühlen auf Maischtemperatur wird aus einem höher
stehenden Malzeinteigegefässe mit Wasser angerührtes Malz in den
Bohm’schen Apparat zur Verzuckerung eingelassen; nach Beendigung
der Verzuckerung braucht aber die Maische den Apparat nicht zu ver
lassen, sondern wird durch fortgesetzte Circulation von kaltem Wasser
in dem Rührwerke bis auf die passende Gährungstemperatur abgekühlt,
um endlich direct in die Gährbottiche abgelassen zu werden.
Von dem Holle fr e und ’ sehen Apparate unterscheidet sich daher
der Bohm’sche Apparat dadurch, dass die Maische von Anfang bis zu
Ende der Operation in demselben verbleibt und nicht zum Zwecke der
Abkühlung auf Gährungstemperatur aus demselben heraus auf ein
Kühlschiff gebracht werden muss. Der B o h m ’ sehe Apparat ist daher