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Gruppe BOL Chemische Industrie.
damit den bisherigen Brennereien eine schwer zu besiegende Concurrenz
erwachsen würde, mag dahingestellt bleiben. In Frankreich soll
das Verfahren der Rübenbrennerei verbreiteter sein und sehr prosperiren.
Der Ausbildung des Verfahrens der Rübeubrennerei haben sich
in Deutschland L. Siemens (Hohenheim), in Frankreich Champonnois
mit Vorliebe und grossem Geschick gewidmet.
Nach Siemens werden die gewaschenen Rüben durch eine horizontal
liegende Scheibe mit glatten Messern in schmale Scheiben zerschnitten.
Diese Scheiben unterwirft nun Siemens (Unterschied von
dem Champonnois’schen Verfahren) einem Abwelkungsprocesse,
bevor die eigentliche Extraction erfolgt. Die Rüben werden hierzu in
Netze von Bindfaden gebracht und in einer flachen runden Abwelkpfanne
unter Zusatz von Schwefelsäure auf 85° C. erwärmt. Die
Schnitzel verlieren hierbei alle Elasticität und lassen sich mit Wasser
leicht extrahiren. Das Erhitzen in den Abwelkpfannen erfolgt entweder
durch directes Feuer oder durch eine geschlossene Dampfschlange;
Einleiten von Dampf ist unthunlich, da der Rübensaft ohnehin verdünnt
genug wird. Die Rübenschnitzel, welche in den Bindfadennetzen
verbleiben, werden sodann in die eigentlichen Extractionsgefässe ge- ,
bracht und wandern hier von Gefäss zu Gefäss bis zur Extraction des
Zuckers. Die Gährung des Rübensaftes wird durch Ueberfüllen eines
Theiles des Inhaltes der gährenden Bottiche in die frisch angestellten
continuirlich fortgepflanzt. Siemens will auf diese Weise einen Alkoholertrag
bis 5 p. C. erhalten können.
Die Ch amponnois’sche Extraction unterscheidet sich von dem
Siemens’schen Verfahren dadurch, dass zur Extraction heisse Schlampe
verwendet wird, welche in Bottichen mit Siebböden eine Stunde mit
den mit Schwefelsäure besprengten Rübenschnitzeln in Berührung bleibt
und nach dieser Zeit durch ein Uebersteigrohr in einen neuen Bottich
mit frischen Schnitzeln transportirt wird u. s. w. Es geschieht also
hier das Extrahiren durch Verdrängen in einer Batterie, nicht dadurch,
dass die Schnitzel selbst, wie bei dem Siemens’schen Verfahren, von
Extractionsgefäss zu Extractionsgefäss wandern.
Der Futterwerth der Rübenschnitzel des Brennereiverfahrens stellt
sich demjenigen der Schnitzel des Diffusionsverfahrens bei der Zuckerfabrikation
ungefähr gleich.
Spiritusgewinnung aus Melasse. Seit dem Aufblühen der
Zuckerfabrikation hat die Verwerthung der 40 bis 50 p. C. gährungsfähige
Stoffe enthaltenden Melasse immer mehr Eingang gefunden.
Allerdings ist der aus der Melasse resultirende Spiritus mit einem penetranten
Gerüche und Geschmacke behaftet, und aus diesem Grunde
nur zu einem niedrigeren Preise zu verwerthen wie der Kartoffel-