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MAK

Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 21

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Gruppe  BOL  Chemische  Industrie.
damit  den  bisherigen  Brennereien  eine  schwer  zu  besiegende  Concurrenz
  erwachsen  würde,  mag  dahingestellt  bleiben.  In  Frankreich  soll
das  Verfahren  der  Rübenbrennerei  verbreiteter  sein  und  sehr  prosperiren.

Der  Ausbildung  des  Verfahrens  der  Rübeubrennerei  haben  sich
in  Deutschland  L.  Siemens  (Hohenheim),  in  Frankreich  Champonnois
  mit  Vorliebe  und  grossem  Geschick  gewidmet.
Nach  Siemens  werden  die  gewaschenen  Rüben  durch  eine  horizontal ­
  liegende  Scheibe  mit  glatten  Messern  in  schmale  Scheiben  zerschnitten. ­
  Diese  Scheiben  unterwirft  nun  Siemens  (Unterschied  von
dem  Champonnois’schen  Verfahren)  einem  Abwelkungsprocesse,
bevor  die  eigentliche  Extraction  erfolgt.  Die  Rüben  werden  hierzu  in
Netze  von  Bindfaden  gebracht  und  in  einer  flachen  runden  Abwelkpfanne ­
  unter  Zusatz  von  Schwefelsäure  auf  85°  C.  erwärmt.  Die
Schnitzel  verlieren  hierbei  alle  Elasticität  und  lassen  sich  mit  Wasser
leicht  extrahiren.  Das  Erhitzen  in  den  Abwelkpfannen  erfolgt  entweder ­
  durch  directes  Feuer  oder  durch  eine  geschlossene  Dampfschlange;
Einleiten  von  Dampf  ist  unthunlich,  da  der  Rübensaft  ohnehin  verdünnt ­
  genug  wird.  Die  Rübenschnitzel,  welche  in  den  Bindfadennetzen
verbleiben,  werden  sodann  in  die  eigentlichen  Extractionsgefässe  ge-  ,
bracht  und  wandern  hier  von  Gefäss  zu  Gefäss  bis  zur  Extraction  des
Zuckers.  Die  Gährung  des  Rübensaftes  wird  durch  Ueberfüllen  eines
Theiles  des  Inhaltes  der  gährenden  Bottiche  in  die  frisch  angestellten
continuirlich  fortgepflanzt.  Siemens  will  auf  diese  Weise  einen  Alkoholertrag ­
  bis  5  p.  C.  erhalten  können.
Die  Ch  amponnois’sche  Extraction  unterscheidet  sich  von  dem
Siemens’schen  Verfahren  dadurch,  dass  zur  Extraction  heisse  Schlampe
verwendet  wird,  welche  in  Bottichen  mit  Siebböden  eine  Stunde  mit
den  mit  Schwefelsäure  besprengten  Rübenschnitzeln  in  Berührung  bleibt
und  nach  dieser  Zeit  durch  ein  Uebersteigrohr  in  einen  neuen  Bottich
mit  frischen  Schnitzeln  transportirt  wird  u.  s.  w.  Es  geschieht  also
hier  das  Extrahiren  durch  Verdrängen  in  einer  Batterie,  nicht  dadurch,
dass  die  Schnitzel  selbst,  wie  bei  dem  Siemens’schen  Verfahren,  von
Extractionsgefäss  zu  Extractionsgefäss  wandern.
Der  Futterwerth  der  Rübenschnitzel  des  Brennereiverfahrens  stellt
sich  demjenigen  der  Schnitzel  des  Diffusionsverfahrens  bei  der  Zuckerfabrikation ­
  ungefähr  gleich.
Spiritusgewinnung  aus  Melasse.  Seit  dem  Aufblühen  der
Zuckerfabrikation  hat  die  Verwerthung  der  40  bis  50  p.  C.  gährungsfähige
  Stoffe  enthaltenden  Melasse  immer  mehr  Eingang  gefunden.
Allerdings  ist  der  aus  der  Melasse  resultirende  Spiritus  mit  einem  penetranten ­
  Gerüche  und  Geschmacke  behaftet,  und  aus  diesem  Grunde
nur  zu  einem  niedrigeren  Preise  zu  verwerthen  wie  der  Kartoffel-
            
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