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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 21

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Gruppe III. Chemische Industrie. 
reu der Dünnmaischung auf den gleichen Maischraum nur 35 bis 40Kg 
Kartoffeln kamen. 
Die Dickmaischen mit einem Zuckergehalte von 18 bis 20 p. C. 
und darüber erfordern, um befriedigend vergähren zu können, eine sehr 
sorgfältige Vorbereitung und Zerkleinerung der Maischmaterialien, so 
wie eine eigenthümliche Construction der Destillirapparate und endlich 
vor Allem, eine sorgfältige und eigenartige Bereitung der Hefe, so 
dass dieses Verfahren in vielen Richtungen zur Construction neuer 
Apparate und vor Allem zur allgemeinen Anwendung der Dampfkraft 
als Motor in der Brennerei geführt hat. 
Man kann demnach dem Verfahren der Dickmaischung (oder eben 
sowohl der Maischraumsteuer) gewisse Segnungen für den Fortschritt 
des Brennereigewerbes nicht absprechen, wenngleich die Ausnutzung 
der Maischmaterialien nach diesem Verfahren eine verhältnissmässig 
schlechtere ist, als nach dem Verfahren der Dünnmaischung. 
Von Verbesserungen einzelner zur Maisckung dienender Apparate 
(abgesehen von den bei der Verarbeitung der Kartoffeln bereits be 
schriebenen Apparaten von Hollefreund, Bohm und Henze) ist an 
zuführen, dass die Dampffässer zum Dämpfen der Kartoffeln neuerdings 
immer mehr von Eisen construirt werden, dass man auf die Construc 
tion der Quetschwalzen zum Zerkleinern der Kartoffeln grössere Sorg 
falt verwendet; dass man bestrebt ist, dem Rührwerke in dem Vor 
maischbottich eine möglichst energische Wirkung zu verschaffen etc.— 
alle diese Einrichtungen sind jedoch durch die oben genannten Appa 
rate derart in den Hintergrund gedrängt, dass in wenigen Jahren kaum 
noch eine Brennerei nach dem alten Verfahren existiren dürfte. 
Endlich verdient hier hervorgehoben zu werden, dass die Vor 
richtungen zum Zerkleineren des Malzes fast durchgehends noch sehr 
mangelhaft sind und der Verbesserung dringend bedürfen. Der Vor 
theil, welchen eine vollkommen feine Vertheilung des Malzes bietet, ist 
zu augenfällig, um eine Verbesserung der betreffenden Vorrichtungen 
nicht dringend wünschenswerth erscheinen zu lassen. Angestrebt wird 
dieselbe in neuester Zeit durch die Construction von Walzen mit pris 
matischen Vorsprüngen, durch eigenthümliche Modification der Grösse 
und der Umdrehungsgeschwindigkeit bei glatten Walzen, durch die 
Construction von Mühlen, durch die Einrichtung von Rühr- oder 
Schlagwerken in den zum Einteigen des Malzes bestimmten Gefässen — 
ohne dass jedoch bis jetzt eine dieser Einrichtungen Vollkommenes ge 
leistet hätte. 
II. Vorrichtungen zum Kühlen der Maische. 
ln den älteren Brennereien war zu diesem Zwecke ein flaches 
kastenförmiges Kühlschiff von Holz gebräuchlich, in welchem die Maische 
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