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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 21

Spiritusfabrikation. 271 
So besteht z. B. der C. Siemens’sche Dephlegmator aus einem 
in einander gesetzten System von Ringen, daher auch der Name 
„Ringdephlegmator“. Die Alkoholdämpfe haben in diesem Appa 
rate successive mehrere Kammern zu passiren, deren Wände durch 
Nasser gekühlt werden. Als Hauptvortheile seines Apparates giebt 
Siemens an, dass die dephlegmirenden Flächen nicht horizontal, wie 
bei den Pistorius’schen Becken und anderen Dephlegmatoren, son 
dern vertical ständen und somit dem Ansetzen von Verunreinigungen 
weniger ausgesetzt seien, dass ferner der Apparat sehr compendiös und 
in Folge dessen in der Construction billiger und endlich dazu auch 
wirksamer sei, da die dephlegmirenden Flächen eine sehr erhebliche 
Grösse besässen. 
An den continuirlichen Colonnenapparaten finden sich meistens 
Dephlegmatoren, welche durch ein System von engen kupfernen Röh 
ren, in einem weiten mit Wasser gefüllten Gefäss, gebildet werden, die 
hier condensirte Flüssigkeit fliesst in die oberste Abtheilung der Rec- 
tificationscolonne, der nicht condensirte Dampf gelangt in die Kühl 
vorrichtung. Zuweilen hält man Condensatoren von einfacher cylin- 
drischer Form, ohne Röhren, für ausreichend. 
IV. Alkoholkühlapparate und sonstige Apparate. 
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Vielfach ist als Kühlapparat zur Verdichtung der Alkoholdämpfe 
die alte kupferne Kühlschlange in ihrem mächtigen Wasserfass beibe 
halten, neuere Brennereien wählen jedoch meistens compendiösere Ap 
parate. 
Als solche mögen hier angeführt werden: der Cylinder- oder 
sogenannte Patentkühler; derselbe besteht aus mehreren in einander 
gesetzten Gylindern, welche abwechselnd Alkoholdämpfe und Kühlwasser 
zu führen haben. Dieser Apparat ist so zweckentsprechend, dass neben 
demselben nur wenige andere Kühlvorrichtungen Eingang gefunden 
haben. Ferner mag hier genannt werden der Schwarz’sche Linsen 
kühler, aus drei in einander geschachtelten, linsenförmigen Becken 
bestehend; von den hierdurch entstehenden Hohlräumen führen der 
äussere und der innere Kühlwasser, während in dem mittleren Raume 
die Alkoholdämpfe condensirt werden. Endlich hat Siemens das Prin- 
C1 p des Liebig’sehen Kühlers adoptirt und verbessert, indem er dem 
inneren zum Condensiren der Alkoholdämpfe bestimmten Rohre eine 
^ geformte Einbiegung und damit eine grössere Kühlfläche giebt. 
Zahlreiche Bestrebungen sind in den letzten zehn Jahren auf die 
Construction eines zuverlässigen Alkoholmessapparates gerichtet 
gewesen, vermittelst dessen es möglich wäre, nicht allein das Volumen 
des aus dem Kühlapparat fliessenden Alkohols zu messen, sondern
	        
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