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Die Bereitung des Weines.
Mulder x ) weist darauf hin, dass Vauquelin das Zähwerden des
Saftes von Zuckerrohr bemerkt habe, dass die Bildung von Schleim im
Saft von Zuckerrüben, Möhren u. s. w. längst bekannt sei, und schliesst
daraus, dass das Zäh- oder Langwerden des Weines von einer Umwandelung
des Zuckers herrühre.
Pasteur 2 ) führt auch diese Krankheit auf die Entwickelung von
Pilzen zurück, die rund sind und rosenkranzförmig Zusammenhängen.
Ein Kügelchen habe weniger als Vioo mm Durchmesser.
Bei meinen Untersuchungen erhielt ich folgende Ergebnisse 3 ):
Es ist nicht zu bezweifeln, dass das Zähwerden zuckerhaltiger
Flüssigkeiten durch die Mitwirkung von kleinen Pflänzchen bedingt
wird. Erhitzt man die Flüssigkeit zum Sieden und schliesst die Luft
gut ab, so tritt ein Zähwerden nicht ein. Ein Gerinnen von eiweissartigen
oder sonstigen Stoffen, wie man dies schon annahm, findet hierbei
offenbar nicht statt, denn Zuckerwasser und Salze gerinnen
nicht, ebensowenig die Abkochung von Hefe, die ja schon mittelst Siedens
erhalten wurde, und doch wird eine solche Flüssigkeit zäh, wenn
sie nicht erhitzt wird, und nicht zäh, wenn man sie erhitzt und vor
Luft schützt.
Die von Pasteur beschriebenen rosenkranzförmigen Schnüre kommen
in zäh werdenden Flüssigkeiten oft gar nicht, oft in verhältnissmässig
kleiner Menge vor. Ueberall trifft man aber unzählige runde,
sich bewegende Körperchen, die so klein sind, dass sie bei 500facher
Vergrössernng nur als Punkte erscheinen.
Der Körper, aus welchem der zähe, schleimige Stoff entsteht, ist
nicht Eiweiss, sondern Zucker. Setzen wir einer Lösung von reinem
Zucker essigsaures Kali oder Weinstein, phosphorsaures Natron und
weinsaures Ammoniak oder statt der beiden letzteren etwas Abkochung
von Hefe zu und fügen dann nur sehr kleine Mengen des Satzes von
zähem Wein bei, so wird die Flüssigkeit zäh wie Eiweiss. Hierzu genügt
schon eine sehr kleine Menge Zucker. Bei 0'5 bis 1 p. 0. wird die
Flüssigkeit schon stark zäh; stärker ist dies allerdings der Fall bei 5
oder 10 p. C. Zucker. Rohrzucker und Traubenzucker sind in dieser
Beziehung wesentlich verschieden. Rohrzucker wird in neutraler Lösung
unter obigen Verhältnissen sehr bald zäh. Der sich bildende
Schleim wird durch Weingeist als eine zähe Masse herausgefällt. T raubenzucker
wird in neutraler Lösung nicht zu Schleim. Geht in saurer
Lösung der Traubenzucker in Schleim über, so wird der letztere entweder
überhaupt nicht oder doch nicht als zähe Masse durch Weingeist
ausgefällt.
i) Mulder, Chem. d. Weines 132. 2 ) Pasteur, Etudes sur le vin
3 ) Nesslei-, Behandlung d. Weines 144,
60.