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MAK

Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 21

315

Die  Bereitung  des  Weines.
fraglich  auftreten,  obschon  der  Wein  früher  Gerbstoff  und  Eisen  enthielt ­
  und  zwar  ist  um  so  mehr  Gerbstoff  nöthig,  je  mehr  Wein-  oder
Aepfelsäure  in  der  Flüssigkeit  enthalten  ist.  Aus  folgendem  Versuch
ist  dies  ersichtlich:
Einer  Lösung  von  citronsaurem  Eisenoxyd  und  von  verschiedenen
Mengen  Weinsäure  wurde  nach  und  nach  Gerbstofflösung  zugesetzt,  bis
eine  annähernd  gleiche  schwarze  Färbung  eintrat.  In  Folgendem  ist  in
Grammen  der  Gehalt  an  Eisen  und  an  Weinsäure  in  der  Lösung  und
die  Menge  Gerbstoff  angegeben,  die  zum  Hervorrufen  der  schwarzen
Farbe  nöthig  war.
Gehalt  in  40  cbcm  Lösung  von
Eisen  Weinsäure  Nöthi « e  Men 8 e
Gerbstoff

0-002  O'OO  0-005
0-006  0-10  0-036
0-006  0-20  0-048
0-006  0-30  0-066
0'006  0'40  0-072

Fast  in  allen  Weinländern  findet  man  Leute,  welche  glauben,  dass
man  durch  ein  Ei  die  Verfälschung  eines  Weines  nachweisen  kann,
indem  die  Eierschale  bei  verfälschtem  Weine  schwarz  werde,  bei  unverfälschtem ­
  nicht.  Es  ist  nun  selbstverständlich,  dass  dies  Schwarzwerden ­
  eintritt,  weil  die  Säure,  welche  das  Schwarzwerden  bis  dahin
verhinderte,  durch  den  Kalk  der  Eierschale  neutralisirt  wird.  Ich  führe
jene  Annahme  nur  deshalb  hier  an,  weil  sie  ausserordentlich  verbreitet ­
  ist.
Diese  Krankheit  des  Weines  kann  dadurch  entfernt  werden,  dass
man  entweder  Weinsäure  zusetzt  oder  den  Wein  mit  Hausenblase,  Leim
oderEiweiss  schönt  und  hierdurch  schon  entstandenes  gerbsaures  Eisenoxyd, ­
  aber  auch  Gerbstoff,  entfernt,  der  zum  Schwarzwerden  beitragen
würde.

6.  Trübsein  des  Weines  und  Schönen  desselben.
Wir  haben  schon  verschiedene  Ursachen  kennen  gelernt,  durch
welche  Weine  trüb  bleiben,  oder,  wenn  sie  klar  waren,  wieder  trüb
werden  können.  Ich  erinnere  nur  an  die  Einwirkung  der  Luft  auf  den
Wein  und  an  das  Entstehen  kleiner  Pflänzchen,  die  wir  beim  Schwächerund ­
  Sauerwerden,  dem  Umschlagen  und  dem  Zähwerden  des  Weines
besprochen  haben.  Endlich  kann  bei  zuckerhaltigem  Wein  wieder  Gährung,
  also  Hefebildung,  eintreten.  All’  diese  Pilze  verursachen  zuweilen ­
  ein  Trüb  werden  des  Weines;  selbst  auch  jene,  die  an  der  Oberfläche
            
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