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Gruppe III. Chemische Industrie.
desselben entstehen, mischen sich nicht selten mit dem Wein und haben
so dieselbe Wirkung wie die im Wein entstehenden Pilze. Da diese
Vorkommnisse bereits besprochen sind, so kann ich mich damit begnügen,
sie hiermit angedeutet zu haben.
Eine andere Art des Trübwerdens verursacht nicht selten Unannehmlichkeiten
im Weinhandel, ohne dass die Ursache immer erkannt
oder ein richtiges Mittel zum Abhalten desselben angewendet wird.
Es ist dies nämlich das Trübwerden des Weines durch Kälte. Ausser
dem Weinstein sind noch andere bis jetzt nicht näher bekannte Stoffe
im Wein enthalten, welche bei höherem Wärmegrad in grösserer Menge
gelöst bleiben als in niederem. Weine, die auf einen niedereren Wärmegrad
abgekühlt werden, als sie einem solchen bis jetzt je ausgesetzt
waren, werden daher zuweilen sehr rasch trüb. Es kommt dies selbstverständlich
am meisten vor, wenn Weine im Winter verschickt werden.
Das einzige Mittel, diesem Missstand sicher vorzubeugen, besteht darin,
dass man den Wein vorher auf 2 bis 3° C. über 0 abkühlt und ihn bei
diesem Wärmegrad schönt, d. h. die jetzt unlöslich gewordenen Stoffe
entfernt.
Das Schönen, d. h. das Hellmachen des Weines, hat für den Weinhandel
eine grosse Bedeutung. Nicht nur, dass ein heller Wein schöner
und ansprechender ist, als ein trüber Wein, sondern die ungelösten
Stoffe, die das Trübsein des Weines bedingen, ertheilen diesem manchmal
einen eigenthümlichen Geschmack oder verdecken den feineren Geschmack
des Weines. Werden die ungelösten Stoffe durch das Schönen
entfernt, so tritt in diesen Fällen ein reinerer und besserer Geschmack
auf. In Deutschland wendet man vorzugsweise Hausenblase, in Frankreich
mehr Gelatine und Leim, in England und Spanien eine eigene
Erde zum Schönen an.
Hausenblase, Leim und Eiweiss werden durch Gerbstoff des Weines
unlöslich, scheiden sich wieder aus dem Wein ab und nehmen mechanisch
die ungelöst im Wein enthaltenen Stoffe mit. So einfach das
Verfahren des Schönens ist, so hot es und bietet jetzt noch den Kellereien
oft grosse Schwierigkeiten, weil man die mitwirkenden Umstände
nicht immer richtig zu beurtheilen im Stande ist. Ich habe eine
grössere Reihe von Untersuchungen ausgeführt um die Ursachen des
häufigen Misslingens des Schönens zu ermitteln, und führe die wichtigsten
Ergebnisse derselben hier an x ):
1. Bei Weisswein, der wenig Gerbstoff enthält, ist das beste Schönungsmittel
Hausenblase. Eiweiss, Gelatine und Leim scheiden sich
bei wenig Gerbstoff nicht oder nicht gut ab.
!) Nessler, Behandlung d. Weines 159.