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Bier.
einem Kohlen Wasserstoff, C 5 H 8 ,und Valerol, C 6 H 10 0, zusammengesetzt.
In grossen Mengen Wasser und Alkohol ist es löslich und soll nach
Ball mg das Hopfenharz in der Bierwürze löslich machen und die
Nachgährung verlangsamen. Versuche in Weihenstephan haben jedoch
diese Annahme Balling’s nicht bestätigt, indem directe Brau- und
(jahrversuche mit entöltem dasselbe Resultat ergaben als mit unentöl-
tem Hopfen.
. Hopfengerbsäure hat nach Wagner grosse Aehnlichkeit
mit der Gerbsäure des Kaffees und des Gelbholzes (Cafe-Gerbsäure und
orin-Gerbsäure). Uebrigens ist die Hopfengerbsäure noch nicht iso-
n t dargestellt. Auch haben alle Methoden der Gerbsäurebestimmung,
ie zumeist ursprünglich für die Prüfung von Gerbmaterialien erson
nen und auf den Hopfen anzuwenden versucht wurden, kein brauch
bares Resultat erzielt. Rautert giebt an, dass der Hopfen P8 bis
4 p.C. Gerbsäure enthalte, die beim Kochen mit der Würze klärend
auf dieselbe wirke, indem sie sich mit den leimartigen und stickstoff-
laltigen Körpern zu unlöslichen Verbindungen vereinigt und diese da
durch aus der Würze entfernt. Dass ein gerbstoffhaltiger Körper im
Hopfen vorkommt, ist allerdings schon deswegen wahrscheinlich, weil
die Gerbsäure im Pflanzenreiche überhaupt sehr allgemein verbreitet ist;
ob aber im Hopfen eine namhafte Menge sich vorfindet, das scheint nach
Allem noch nicht bewiesen. Es ist sogar nicht unwahrscheinlich, dass
die Eigenschaften, die man dem Hopfen, beim Sieden der Würze damit,
seines Gerbsäuregehaltes wegen zuschreibt, einem ganz anderen Körper
zukommen. Die Frage: wo die Gerbsäure ihren wesentlichen Sitz
iat, ob im Lupulin oder den Deckblättchen des Hopfenzapfens, ist für
den Brauer von besonderer Wichtigkeit, wenn die Gerbsäure die ihr
beigelegte Bedeutung wirklich haben sollte, da von mehrfacher Seite,
Ives, Payen, Chevalier, die ausschliessliche Verwendung von Lu
pulin in der Brauerei befürwortet wurde. Uebergiesst man eine ganze
opfendolde mit Eisenchlorid, am besten in alkoholischer Lösung, so
bemerkt man, dass sich die Hopfenblätter schmutzig schwarz färben.
Ibe Lupulinkügelchen behalten dagegen ihre reingelbe Farbe bei, so
dass dieselben auf dem dunklen Deckblatte sehr abstechen. Der
eigentliche Sitz der Gerbsäure ist also in den Deckblättchen, und will
man im Hopfen den Gerbsäuregehalt ansnutzen, so ist der ganzen
olde vor dem Lupulin der Vorzug zu geben. Diese Ansicht wurde
auch namentlich von Wimmer vertreten, welcher die Menge der
erbsäure in beiden Materialien vergleichsweise zu bestimmen suchte
und die der Doldenblättchen nahezu dreimal so gross als die desLupu-
bns fand.
Zieht man Hopfenstaub mit Aether vollständig aus, am vortheil-
aftesten im sogenannten Extractionsapparate, wodurch also alle har
zigen Bestandtheile entfernt werden, so nehmen die Lupulinkügelchen
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