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MAK

Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 21

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Gruppe  III.  Chemische  Industrie.
dann  zunächst  die  Proteinstoffe  des  Mehlkörpers  löslich  gemacht,  oder
es  entsteht,  wie  der  Chemiker  sich  ausdrückt,  Diastase,  welche  ihrerseits ­
  auflösend  auf  die  Stärke  einwirkt.  Die  gelösten  Stoffe  würden
dem  Keimling  zur  weiteren  Entwickelung  dienen,  aber  ehe  dies  geschieht, ­
  wird  das  Lehen  vernichtet,  indem  die  eine  Keimungsbedingung
entzogen  und  zugleich  beim  Darren  die  Temperatur  über  die  obere
Grenze  der  Vegetationswärme  erhöht  wird;  das  so  gewonnene  Product
heisst  Malz  (Darrmalz).  Die  gebildete  Diastase  behält  zum  grössten
Theil  ihre  Wirkung,  Stärke  zu  lösen,  bei,  ausser  wenn  sie  nahe  an
100°  C.  erhitzt  wird.
Die  Darstellung  des  Malzes  zerfällt  in  drei  Hauptoperationen:
1)  in  das  Einquellen  der  Gerste,
2)  in  das  Keimen  der  gequellten  Gerste  und
3)  in  das  Trocknen  oder  Darren  der  gekeimten  Gerste,  welchem
sich  noch  das  Reinigen  des  Malzes  von  den  Keimen  und  dem  Staube
anschliesst.
Der  Anforderung:  möglichst  gleichmässige  Gerste  zum  Malzen  zu
verwenden,  wird  in  neuerer  Zeit  dadurch  entsprochen,  dass  man  die
Gerste  vor  dem  Einquellen  durch  besondere  Putz-  und  Sortirmaschinen
gehen  lässt.  Sehr  verbreitet  ist  die  Gerstensortirmasehine  von
J.  S.  Schwalbe  &  Sohn  in  Chemnitz  (Maschinenfabrik  Germania).
Dieselbe  besteht  aus  einem  den  Haupttheil  der  Maschine  bildenden
Siebcylinder  mit  hochgelegenem  Siebconus.  Die  Zuführung  der  Gerste
in  den  auf  zwei  Stützarmen  horizontal  liegenden  Siebconus  geschieht
gleichförmig  durch  die  seitliche  Mündung  eines  gusseisernen  mit  einem
Blechschieber  versehenen  Kasten.
Das  Gewebe  des  Conus  ist  von  solcher  Weite,  dass  die  Gerste  bequem ­
  in  den  Kasten  resp.  Trichter  passiren  kann,  welcher  den  Conus
umgiebt,  während  die  groben  Unreinigkeiten,  Steine,  Besenreis  u.  dgl-,
Zurückbleiben  und  vorn  am  weiten  Ende  entleert  werden.  Die  Gerste
gelangt  dann  weiter  in  den  schrägliegenden  Siehcylinder.  Am  oberen
Ende  der  Welle  befindet  sich  ein  Reif  mit  angegossenem  Zahnkranz,
in  den  ein  kleineres  Getriebe  eingreift.  Dahinter  schliesst  sich  ein  an
beiden  Enden  offener  Blechcylinder  an,  welcher  vermöge  seiner  Neigung
dieGerste  dem  ebenfalls  am  Reif  befestigten  Siebconus  zuführt.  Dieser
lässt  die  Gerste  gleichfalls  durch  seine  Maschen  fallen  ,  während  gradatim
  kleinere  Steine,  Erbsen  etc.  vorn  abfallen.  Dann  wird  die  Gerste
durch  eine  Schnecke  langsam  den  Cylinder  entlang  geführt,  der  in  seinem ­
  Drahtgewebe  drei  bis  vier  verschiedene  Maschenweiten  aufweist,
wodurch  allmählig  Staub  und  Spreu,  kleine  und  zur  Mälzerei  ganz  untaugliche ­
  Körner,  geringe  und  gute  Gerste  von  einander  getrennt  werden. ­
  Letztere  tritt  am  Ende  des  Cylinders  über  ein  Ablaufblech  aus.
Eine  mitrotirende  Bürste  reinigt  gleichzeitig  die  Siehe.  Die  einzelnen
Producte  der  Sortirung  sammeln  sich  in  Abtheilungen  unter  dem  Sieh-
            
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