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Gruppe III. Chemische Industrie.
dann zunächst die Proteinstoffe des Mehlkörpers löslich gemacht, oder
es entsteht, wie der Chemiker sich ausdrückt, Diastase, welche ihrerseits
auflösend auf die Stärke einwirkt. Die gelösten Stoffe würden
dem Keimling zur weiteren Entwickelung dienen, aber ehe dies geschieht,
wird das Lehen vernichtet, indem die eine Keimungsbedingung
entzogen und zugleich beim Darren die Temperatur über die obere
Grenze der Vegetationswärme erhöht wird; das so gewonnene Product
heisst Malz (Darrmalz). Die gebildete Diastase behält zum grössten
Theil ihre Wirkung, Stärke zu lösen, bei, ausser wenn sie nahe an
100° C. erhitzt wird.
Die Darstellung des Malzes zerfällt in drei Hauptoperationen:
1) in das Einquellen der Gerste,
2) in das Keimen der gequellten Gerste und
3) in das Trocknen oder Darren der gekeimten Gerste, welchem
sich noch das Reinigen des Malzes von den Keimen und dem Staube
anschliesst.
Der Anforderung: möglichst gleichmässige Gerste zum Malzen zu
verwenden, wird in neuerer Zeit dadurch entsprochen, dass man die
Gerste vor dem Einquellen durch besondere Putz- und Sortirmaschinen
gehen lässt. Sehr verbreitet ist die Gerstensortirmasehine von
J. S. Schwalbe & Sohn in Chemnitz (Maschinenfabrik Germania).
Dieselbe besteht aus einem den Haupttheil der Maschine bildenden
Siebcylinder mit hochgelegenem Siebconus. Die Zuführung der Gerste
in den auf zwei Stützarmen horizontal liegenden Siebconus geschieht
gleichförmig durch die seitliche Mündung eines gusseisernen mit einem
Blechschieber versehenen Kasten.
Das Gewebe des Conus ist von solcher Weite, dass die Gerste bequem
in den Kasten resp. Trichter passiren kann, welcher den Conus
umgiebt, während die groben Unreinigkeiten, Steine, Besenreis u. dgl-,
Zurückbleiben und vorn am weiten Ende entleert werden. Die Gerste
gelangt dann weiter in den schrägliegenden Siehcylinder. Am oberen
Ende der Welle befindet sich ein Reif mit angegossenem Zahnkranz,
in den ein kleineres Getriebe eingreift. Dahinter schliesst sich ein an
beiden Enden offener Blechcylinder an, welcher vermöge seiner Neigung
dieGerste dem ebenfalls am Reif befestigten Siebconus zuführt. Dieser
lässt die Gerste gleichfalls durch seine Maschen fallen , während gradatim
kleinere Steine, Erbsen etc. vorn abfallen. Dann wird die Gerste
durch eine Schnecke langsam den Cylinder entlang geführt, der in seinem
Drahtgewebe drei bis vier verschiedene Maschenweiten aufweist,
wodurch allmählig Staub und Spreu, kleine und zur Mälzerei ganz untaugliche
Körner, geringe und gute Gerste von einander getrennt werden.
Letztere tritt am Ende des Cylinders über ein Ablaufblech aus.
Eine mitrotirende Bürste reinigt gleichzeitig die Siehe. Die einzelnen
Producte der Sortirung sammeln sich in Abtheilungen unter dem Sieh-