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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 21

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Gruppe III. Chemische Industrie. 
Verbrennungsproducte des Heizmaterials nicht mehr mit Luft gemischt 
durch das zu trocknende Malz streichen liess, sondern durch einen 
Strom reiner erwärmter Luft zu darren suchte und zwar zunächst auf 
durchlochten Blechplatten und einfachen Darren. Die Rauchmalzdarren 
mit ihrem Creosotmalz sind vom Schauplatze so ziemlich verschwunden. 
Man hat diese Art Darren in den letzten Jahren zwar in einem ver 
besserten System ausgeführt, in welchem man nur Coke als Brenn 
material benutzt; es hat sich aber herausgestellt, dass wenn der Coke 
nicht gut entharzt ist, dem Malze und dann den daraus erzeugten 
Bieren ein Beigeschmack anhaftet, der unangenehm ist. 
Am verbreitetsten sind jetzt die sogenannten Luftdarren oder 
Rohrdarren, welche anfangs nur mit horizontalem, gegenwärtig aber 
auch mit verticalem Heizrohren System als sogenannte Cylinderdarren 
construirt werden. 
Was die Heizapparate anbelangt, so sind besonders drei als vor 
herrschend zu bezeichnen, nämlich der von Grabbes verbesserte 
Cylinder- oder Trommelapparat; der stehende Heizapparat mit den 
dazu gehörigen Caloriferen, und endlich der liegende Heizapparat, der 
in Verbindung steht mit den in der sogenannten Sau unter der Darr 
fläche angebrachten liegenden Rauchrohren. Schliesslich besteht auch 
eine Combination der beiden letztgenannten Apparate. 
Alle jetzigen Darren sind sogenannte Doppeldarren, d. h. es sind 
zwei Darrflächen übereinander angebracht. Auf der oberen wird das 
Grünmalz ausgebreitet, während die untere mit dem schon ziemlich 
trocknen Malze beschickt wird. Ist letzteres fertig gedarrt, so räumt 
man es ab, das Malz der oberen Etage wird auf die untere geworfen, 
oben wird wieder Grünmalz aufgegeben. Eine jede Doppeldarre be 
steht somit aus vier von einander geschiedenen Räumen, nämlich: aus 
dem Heizraume, der sogenannten „Sau“, der ersten und endlich der 
zweiten Etage, welche in den sogenannten Dunstfang mündet. Im 
Heizraume, dem untersten Theile der Darre, ist die Heizung sammt dem 
dazu gehörigen Heizapparat und den Luftzuführungscanälen situirt, 
und in der Sau soll die warme Luft gleichmässig unter der unteren 
Darrfläche vertheilt resp. bei liegenden Röhren hier noch weiter er 
wärmt werden. 
Die einfache Darre erforderte sowohl von Seite des Mälzers als 
Heizers grosse Aufmerksamkeit, denn nur schwer erkennt man den 
Moment, wo die Hitze entsprechend gesteigert werden soll. Auch ist 
man vom Schwelken abhängig, welches grosse und luftige Schwelk- 
räume beansprucht. Die neue Doppelmalzdarre besonders mit stehen 
dem Röhrensystem gestattet die Erzeugung eines sehr lichten Fabrikates 
mit viel geringerem Brennstoffverbrauch und in viel kürzerer Zeit. Wäh 
rend man früher 24 Stunden brauchte, kann man jetzt mit derselben 
Malzmenge in 9 bis 10 Stunden mit Vor- und Nachdarren fertig
	        
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