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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 21

Bier. 
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Der Transport der Gerste vom Speicher zu den Weichen, wie auch 
des Malzes von der Darre zu der Reinigungsmaschine und von da in 
die Silos etc. geschieht durch Transporteure, welche man mit der Dampf 
maschine bewegt. Diese Transporteure sind entweder Becherwerke für 
verticale, oder Schnecken für horizontale Bewegungen. 
Untersuchung der Rohmaterialien. 
Die Untersuchung der Gerste und anderer Getreidearten auf die 
für die Brauerei werthvollen Bestandteile, dann des Wassers, des 
Hopfens u. s. w. ist erleichtert durch die verbesserten Untersuchungs 
methoden für landwirthschaftliche und industrielle Zwecke. Wir ver 
weisen auf die in dieser Richtung erschienene Literatur und erwähnen 
hier nur die dem Brauer wichtig gewordene Prüfung des Malzes auf 
dessen Extractausbeute. 
B allin g B hat zur leichteren Bestimmung der Extractausbeute aus 
dem Malze angenommen, dass jedes Malz 33y 3 p. C. Trebern liefere. 
Später wurden von den Zymotechnikern andere constante Zahlen für 
die Trebermenge angenommen 2 ) oder sie suchten durch wiederholtes 
Auswaschen die Trebern frei von Extract zu erhalten 3 ). Alle diese 
Methoden machten keinen Anspruch auf Genauigkeit, weil ja nicht nur 
die Trebermenge, sondern auch der Wassergehalt des Malzes sehr ver 
änderlich ist. Reischauer stellte zwei Maischproben auf, von denen 
die eine von der wechselnden Menge der Trebern unabhängig ist, wäh 
rend der Wassergehalt in Rechnung gebracht wird, die andere dagegen 
auch von diesem unabhängig ist. Die erste dieser Proben 4 ) wird die 
Methode der Proportionalität zwischen Extractgehalt und Wassermenge 
genannt, die andere heisst die Methode aus zwei Filtraten. Bei der 
ersten Probe wird der Wassergehalt mittelst der Trockenröhre (Trocken 
ente) bestimmt. Ist fl das Gewicht des Malzes, n das Gewicht des 
trocknen Malzes, so ist die in 10 g enthaltene Wassermenge: 
5 = 
10 (fl — n) 
9 
Nun werden 50 g (M) desselben Malzes bis zur Verzuckerung mit 
200cbcm Wasser bei 70 bis 75° C. gemaischt und nach der Abkühlung 
auf 17'5°C. und Verdünnung das Gewicht der Maische G bestimmt. 
Ein Theil wird abfiltrirt und der Extractprocentgehalt e ermittelt. Es 
■*) B allin g, Die Bierbrauerei 1865, II, 395. 2 ) Bayer. Bierbrauer 
1871, IV, 4i. S'j Cecetka, Bayer. Bierbrauer 1871, 119 u. Zul- 
kowsky, Dingl. pol. J. 1868, CLXXXVIII, 237, 4 ) Metz’ Kritik der 
Maischproben, Bayer. Bierbrauer 1871, 36.
	        
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