Bier.
361
aus zwei Hälften bestehende Zuführungsschale selbst schliesst und die
Trommel eine Viertelsumdrehung macht und hierdurch ausleert, ein
zweites Fach der Trommel unter die Zuführungsschale dreht und so
fortarbeitet und zählt. Das Zählwerk ist in ähnlicher Weise wie bei
den sonstigen Apparaten angebracht.
Diese Apparate dürften sich überhaupt für alle grösseren Brauereien
zum Messen und Wiegen der Gerste und des Malzes empfehlen, denn
rechnet man den Arbeitslohn, welcher durch das Aufmessen der Gerste
entsteht, so wird sich ein solcher Apparat in kurzer Zeit bezahlen, und
dann gewähren dieselben eine Sicherheit in der Controle der Gerstenund
Malzmengen, die gewiss nicht zu unterschätzen ist.
Das Maischen. Bei allen Braumethoden handelt es sich zunächst
um die möglichst langsame Erhitzung der Maische bis zu der Temperatur,
in welcher der Stärkemehlumbildner am kräftigsten auf das Stärkemehl
des Malzes zuckerbildend wirken kann, d. i. bei einer Temperatur
von 70 bis 75° C. Jenackdem diese Temperatur in der Maische
bloss durch Dampf (Dampfbrauerei), oder durch heisses Wasser (Infusionsmethode)
oder durch siedende Dünnmaische (Lautermaischverfahren),
oder durch dicke Maische (Dickmaischmethode) erreicht wird, unterscheiden
wir drei Braumethoden: die englische, bayerische(böhmische)
und belgische. Alle anderen Braumethoden sind nur Combinationen
dieser drei Verfahrungsarten, die sich ins Unendliche vervielfältigen
lassen.
Auf dem europäischen Continente ist die Dickmaischbrauerei die
verbreitetste und bildet auch die Grundlage des bayerischen, Wiener
und böhmischen Verfahrens.
Sobald das Malzschrot in kaltem Wasser vertheilt ist, wird sofort
zum Erhitzen der Maische auf 35° C. durch Einlassen siedenden Wassers
in den Maischbottich geschritten (Wassermaisch). Von dem innig durchgearbeiteten
Gemische wird etwa ein Drittel in die Pfanne zurückgebracht,
wobei viel Schrot mitgeschöpft wird, und dieser dicke Maisch
langsam zum Sieden erhitzt. Dabei findet eine Einwirkung der Diastase
auf das Amylodextrin statt, durch welche es in Dextrin und Zucker
verwandelt wird; dann aber steigt bald die Temperatur über 75°G.
und die Diastase verliert ihre Wirkung, das Eiweiss der Maische gerinnt
und scheidet sich als Gerinnsel ab. Das noch vorhandene Stärkemehl
wird durch das Kochen vollkommener aufgeschlossen, die freie Säure
der Würze (Milchsäure?) wirkt in der Hitze lösend auf die Kleber-Proteinstoffe,
dabei färbt sich die Würze dunkler und nimmt etwas an
Cocentration zu.
Hat die Maische eine viertel bis halbe Stunde gesotten, so wird
sie mit dem Rückstände im Maischbottich gut vermaischt, bis eine
Temperatur von 50° C. resultirt (erster Dickmaisch). Es wird nun