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Gruppe III. Chemische Industrie.
nach einigem Maischen eine Quantität der Maische wie oben in die
Pfanne zurückgebracht, nach dem Kochen wieder in den Bottich zurückgegeben,
wodurch eine Temperatur von 65° C. erreicht werden soll
(zweiter Dickmaisch). Endlich bringt man von dem dünnflüssigen
Antheil der Maische so viel in die Pfanne, dass durch das Kochen und
Zurückschaffen desselben in den Bottich die Temperatur auf 75° C.
steigt (Lautermaisch). Durch inniges Durcharbeiten sucht man noch
eine möglichst gleichförmige Temperatur in der ganzen Masse zu
erzielen (Abmaischen) und überlässt sie dann eine halbe bis eine
Stunde der Ruhe. Durch die noch vorhandene Diastase werden noch
die letzten Antheile des Amylodextrins nahezu in gleiche Theile Gummi
und Zucker verwandelt. Ist alle Stärke verschwunden, so hört zwar
die Zuckerbildung aus dem Dextrin nicht auf, aber sie geht nur
äusserst langsam vor sich.
Die nach der Ruhe klargezogene Würze trübt sich beim Erkalten
durch Ausscheidung eiweissartiger Stoffe, reagirt deutlich sauer, schmeckt
angenehm süss, klebrig und zeigt keine oder doch nur unbedeutende
Stärkereaction auf Jodlösung (Jodtinctur). Sie enthält Stärkezucker,
Dextrin, Eiweissstoffe, Fett, freie Säuren und Salze, namentlich Kalium
und Magnesiumphosphat.
In Böhmen, dem Lande der lichten Biere, werden sehr häufig nur
zwei Dickmaische gemacht, das Schrot wird gleich in Wasser von 38° C.
eingemaischt und dann durch Einlassen siedenden Wassers in den
Maischbottich auf 50° C. geschritten. Erster Dickmaisch auf 64° C.,
zweiter Dickmaisch und Abmaischen 75° C.
Dem Dickmaischverfahren wird gewöhnlich der Vorwurf gemacht,
dass ein grosser Theil der Diastase durch das Kochen der Dickmaische
unwirksam gemacht wird, und dass Maischantheile immer wieder
gekocht werden, welche schon einmal der Siedhitze ausgesetzt warcu,
endlich, dass durch dieses Verfahren eine Verschwendung an Zeit und
Brennmaterial bedingt wird, ohne besondere Vortheile zu gewähren.
Es lässt sich jedoch leicht berechnen und ist durch Versuche bewiesen,
dass die Menge der zurückgebliebenen ungekochten Diastase mehr als
hinreichend ist, nicht nur die Stärke des Gerstendarrmalzes, sondern
auch die Hälfte des Malzgewichtes reiner Stärke in Dextrin und Zucker
vollständig überzuführen.
Die Veränderungen der Bestandtheile der Maische während des
Dickmaischkochens sind leider noch wenig erforscht, nur so viel steht
fest, dass eine möglichst langsame Steigerung der Temperatur der
Maische auf die Bildung des Zuckers vortheilhaft einwirkt und dass
durch das längere Kochen der Dickmaischen der klebrige und vollmundige
Charakter der Biere befördert und der Würze die Eigenschaft ertheilt
wird, in der Hauptgährung nicht stark zu vergährcn, gleichgiltig, ob
man mehr oder weniger Stellhefe in Anwendung bringt.