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Full text : Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 21

Bier.

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gebraucht  und  zwar:  die  Treber-Aufhackmaschine  und  der  Anschwenzapparat.
  Nach  dem  Abziehen  der  Vorderwürze  bleibt  bekanntlich  die
Treber  nebst  dem  Malzteig  im  Seihbottich  zurück.  Durch  den  Nachguss ­
  trachtet  man  die  davon  zurückgehaltene  Würze  zu  gewinnen.
Hierzu  dient  als  Nachgussvorrichtung  (Anschwenzapparat)  das  sogenannte ­
  schottische  Drehkreuz,  welches  ganz  nach  dem  Princip  des
Segner’sehen  Wasserrades  construirt  ist  und  das  heisse  Anschwenzwasser
  in  Gestalt  feiner  Strahlen  gleichmässig  vertheilt.  Vor  der  Vornahme ­
  des  Nachgusses  müssen  die  Trebern  gleichförmig  aufgelockert
werden,  damit  das  Aussüssen  in  allen  Partien  vor  sich  geht,  und  zu
diesem  Zwecke  hat  sich  die  Aufhackmaschine  bereits  eingebürgert,
welche  diese  Arbeit  mit  schraubenförmig  und  zugleich  schaufelartig
geformten  Aufhackmessern  vollführt.
Nicht  selten  findet  man  im  Sudhause  auch  den  Hopfenseiher
angebracht,  besonders  wenn  das  Kühlhaus  vom  Sudhaus  weit  entfernt
oder  über  demselben  angebracht  ist;  dann  spricht  dafür  auch  der  Umstand, ­
  dass  im  Sudhause  der  im  Hopfenseiher  zurückbleibende  Hopfen
mit  heissem  Wasser  leicht  ausgewaschen  werden  kann.  Die  neueren
Hopfenseiher  bestehen  gewöhnlich  aus  einem  äusseren  Kasten  und
einem  inneren  Siebkasten,  welcher  auf  Eisensebienen  ruht.  Der  Siebkasten ­
  ist  so  eingerichtet,  dass  er  aus  dem  äusseren  Kasten  herausgenommen ­
  werden  kann.
Um  die  letzten  Antheile  der  Würze  aus  dem  Hopfen  zu  gewinnen,
enthält  der  Hopfenseiher  auch  wohl  Vorrichtungen  zum  Auspressen
des  Inhaltes  in  Form  von  Hebel-  oder  Spindelpressen.
In  jeder  Brauerei  ist  in  dem  Sudhause,  gewöhnlich  über  der
Maischpfanne  und  manchmal  auch  über  der  Würzepfanne,  ein  Vorwärmer ­
  vorhanden,  um  stets  warmes  Wasser  zum  Nachguss  und  Reinigen
derGefasse  zu  haben.  Er  wird  gewöhnlich  durch  die  gasförmigen  Verbrennnngsproducte
  geheizt,  die  aus  dein  Heizraume  der  Pfanne  entweichen. ­

Nicht  gleichgiltig  ist  die  Situirung  der  einzelnen  Gefässe  im  Sudhause. ­
  Gewöhnlich  werden  die  Maisch-  und  Würzepfannen  in  gleicher
Höhe,  und  hinter  resp.  oberhalb  derselben  der  oder  die  Vorwärmer
angebracht.
Die  Feuerung  ist  von  einem  Raume  ausserhalb  des  Hauses  zugänglich. ­
  Der  Maischbottich  wird  unterhalb  der  Maischpfanne  und
der  Seih-  oder  Läuterbottich  unterhalb  der  Würzepfanne  aufgestellt
und  zwar  auf  eisernen  Säulen.  Der  Grand  fehlt  und  zum  Transport  der
Maischen  dienen  Pumpen  und  Kupferrohre.
Bezüglich  der  Pumpen  ist  zu  bemerken,  dass  man  in  neuerer  Zeit
rotirende  Pumpen  wählt,  weil  diese  fast  nie  einer  Reparatur  bedürfen
und  in  möglichst  kurzer  Zeit  die  Würze  sowohl  nach  den  Pfannen  als
Kühlen  schöpfen.
            
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