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Full text: Chemische Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 21

Bier. 
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Würzen mit einer Concentration von 11 bis 12 p. C. ans gutem 
M»i7. bereitet, bedürfen, um ein feines Product zu erhalten, bei einer 
Anstellungstemperatur von 5*C. auf 10 Hectoliter etwa 3 Liter dick 
breiige Hefe. Würzen von derselben Concentration mit einem bedeu 
tenden Zusatz von Traubenzucker, Reis- oder Kartoffelstärke erfordern 
bei denselben Temperaturverhältnissen einen etwas grösseren Zusatz 
von Hefe, etwa 4 bis 5 Liter pro 10 Hectoliter. 
Die Art des Zeuggebens ist entweder trocken oder nass. Die 
erste Art ist die allgemein übliche und geschieht indem man den Zeug 
direct mit der Würze vermischt. Bei der letzteren Manipulation, den Zeug 
nass geben (Zeug herführen), wird Hefe mit noch nicht völlig gekühlter 
Würze in einem besonderen Ge fasse angestellt und wenn sie in Gährung 
sich befindet, der ganz gekühlten Hauptwürze zugesetzt. Dasselbe hat 
hauptsächlich den Zweck. Hefe zu sparen und eine Verbesserung der 
Hefe zu erzielen. 
erhält, jenacbdem das Bier grüner oder reifer gefasst wird. 
Tan 50 Kg des vErwendeten Malzes 6 bi* 5 Kg diekbreiige und 3 bis 
4 Kg di«™ Hefe. 
’Sk'.h BswnJ-pi-j dar Haftgaänag wird die g&pabreme WStk. 
las J-.-r rtiiVr jar X j?C- nxm.w aadf <£» Lwgnfawser geüast. Daa JuHg- 
bier. welches als Whiterhier. Schenkbier. 3 bis ö Wachen, na.:ii 'lem 
Brauen schon trinkbar sein soll, ist grüner, d- h. mit mehr Hefe zu 
lassen, als wenn Sommerbier. Lagerbier erzeugt werden solL 
Um den Bieren den feinen Schaum zu ertheilen, der von dem 
eonsumirenden Publicum so gern gesehen wird, wird es einige Zeit 
vor Ausschank gespundet, was eine massenhafte Ansammlung der 
Kohlensäure zur Folge hat. Die Zeit des Spundens ist abhängig von 
der Temperatur des Kellers, weil das Absorptionsvermögen des Bieres 
mit Abnahme der Temperatur steigt. Ein zn langes Spunden kann 
eine zn grosse Spannung der Kohlensäure zur Folge haben, so dass 
beim Oeffnen des Spundes ein Emporreissen der Hefe und Trüben des 
Bieres oder sogar ein Zerspringen des Fasses stattfinden kann. Man 
hat daher zn diesem Zwecke verschiedene Yentilspunde constmirt. 
In Bayern giebt man sehr häufig dem Schenkbier nicht den Trieb 
auf den Lagerfassern durch Spunden derselben, sondern man versetzt 
es, wenn es klar, fein oder blank geworden ist, in den Schenkfassern 
mit Vi 0 bis l / t Volumen Kräusenbier und verspundet diese, sobald die 
eingetretene erste heftige Gährung vorüber ist und das Bier wieder 
anfangt klar zu werden. Die alsdann noch entstehende Kohlensäure 
wird vom Biere zurückgehalten, wodurch dasselbe sehr reich an dieser 
wird und beim Einschenken einen feinen, dichten, weissen .Schaum 
wirft. 
Das Sommer- oder Lagerbier unterliegt im Allgemeinen derselben 
Behandlung wie das Winter- oder Schenkbier, nur verlangt es noch
	        
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